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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Creating Patterns

4Hero

Manchmal passiert es dann doch, dass ein Album in der Retrospektive der allgemeinen Aufregung zur Veröffentlichung gerecht wird. Das nennt man dann Klassiker. Einen solchen schufen Dego und Marc Mac, ihres Zeichens Initiatoren des Gesamtkunstwerks 4 Hero, im Jahre 1998. Jetzt nennt man sie in einem
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Manchmal passiert es dann doch, dass ein Album in der Retrospektive der allgemeinen Aufregung zur Veröffentlichung gerecht wird. Das nennt man dann Klassiker. Einen solchen schufen Dego und Marc Mac, ihres Zeichens Initiatoren des Gesamtkunstwerks 4 Hero, im Jahre 1998. Jetzt nennt man sie in einem Atemzug mit den großen Neugestaltern der Neunzigerjahre, mit Massive Attack (“Blue Lines”) oder Björk (“Debut”). Außerdem sind sie ein gutes Beispiel dafür, wie man sich innerhalb eines bestimmten Musikkosmos’ weiterentwickeln kann. Als Jacob Optical Stairway, Tek 9 oder beim “Two Pages”-Vorläufer “Parallel Universe” fabrizierten sie zwar schon relativ aufregenden Drum’n’Bass, der aber mit den Jahren an Frische einbüßt und im Schatten von “Two Pages” letztendlich absolut verblasst. Das (Geheim-) Rezept für die ewige Jugend lautet Interaktion, Kommunikation, Aufgeschlossenheit und absoluter Wille zur Weiterentwicklung, der sich nicht nur durch die zahlreichen Nebenaktivitäten ausmachen lässt (Marc ist der Reinforced-Labelverwalter, Dego signt auf seinem Label 2000 Black allerlei NuJazz-Artverwandtes und arbeitet an einem 24-Stunden-Internet-Radio). Die zahlreichen Gäste, die sich auch auf “Creating Patterns” wiederfinden, sind ein Indiz dafür, dass das Konzept auch in Zukunft Bestand hat: Der Katharsis auf der Spur ist die Stimme von Mark Murphy, ebenso wie die zum zweiten Mal gesetzte und unlängst auch als “Supa Sister” aufgefallene Ursula Rucker, deren Beitrag zusammen mit Jill Scotts “Another Day” eine Brücke zur aktuellen Philadelphia-Posse um King Britt, The Roots und Vikter Duplaix schlägt. Ihr “Time” gehört neben der Single “Les Fleurs” – ein alter Minnie-Ripperton-Klassiker im neuen (“Nu-Yorican-Soul”-) Gewand – zu den Highlights der Highlights, die da wären: “Golden Solitude” (erinnert gar an Moloko, erscheint aber mit seinem Abstract-Plastic-Funk dennoch nicht wie ein Fremdkörper), “Unique” (wartet mit portugiesischen Vocals und brasilianischer Leichtigkeit auf und ist trotzdem sehr weit entfernt von den aktuellen Brazilectro-Sounds), “Ways Of Thought” (vollzieht mit Streichern und der wunderschönen Stimme von Face den sehr eindringlichen Bezug zum Vorgänger “Two Pages”). Leider erfahre ich auf diesem Longplay-Promo nichts über die Zusammenarbeit mit Terry Callier; “The Day Of The Grey” ist einfach nicht enthalten. Und noch ein Hinweis an die Plattenfirmen: Wenn die Zusammenarbeit zwischen Presse und Vertrieb in Zukunft so aussieht, dass sämtliche Promos mit unzähligen Drop-outs versehen werden, könnt ihr eure Rezensionen bald selbst schreiben. Ich halte mich dann an Arno Schmidt: )(--!!..{{.