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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Top5 Musikvideos aus der Eurodance-Ära

Rhythm Is A Dancer

Bis Mitte der Neunziger war Dancefloor oder Eurodance ein einziger, viele behaupten: der letzte Exportschlager in Sachen Pop aus Europa. Ein Rückblick vor dem Comeback: Die besten Eurodance-Videos, ausgewählt von der Intro-Redaktion.
Geschrieben am
Das Telefon klingelt. Dran ist das Formatradio und wünscht sich ein kurzes, redaktionelles Statement zum angeblich wiederkehrenden Eurodance-Hype. Huch, Eurodance kommt zurück? Die letzte große Welle nach Grunge? Jene durchschnittlich 130 bpm, angereichert durch Rap-Parts, einen schmissigen (aber sinnentleerten) Poprefrain und viele Zahlen im Künstlernamen: 2 Unlimited, Twenty 4 Seven? Wenn das so ist und das Comeback schon auf der Türschwelle steht, machen wir uns schnell ausgehfertig: 

01 Rednex »Cotton Eye Joe«

Das war ja damals schon neu, diese Verquickung von Country und Dancefloor. Kam auf jeder Schützenfest-Afterhour gut an, auch wenn niemand wusste, wer Baumwollaugen-Joe ist, geschweige denn, was die Schweden Rednex da sangen. Ich wusste es aber und konnte überall angeben: ›If it hadn't been for Cotton Eye Joe, I'd been married a long time ago‹. Das war natürlich eine Kunst für sich, diese Textzeile in die paar zur Verfügung stehenden Silben zu quetschen. Rednex gibt es immer noch, sie traten unlängst im Rahmen eines Testspiels im Dortmunder Westfalenstadion auf...
Peter Flore

02 Mark 'Oh »Droste, hörst du mich«

Schöne depro Clip-Ästhetik, man sieht geknechtete Kinder in Schuluniformen und einen harten Lehrerdrill, der die 60er nachstellen soll, man sieht aber eigentlich nur das Dritte Reich. Bei dem Namen ›Droste‹ handelte sich um einen ehemaligen Lehrer Mark 'Ohs. Der gab dem eitlen Prä-Raver seinerzeit mit, dass er es zu nichts bringen würde. Jetzt aber war Mark 'Oh ein Star der Blockbuster-BRD-Techno-Bewegung und des frühen Vivas. Jetzt konnte er es dem Alten zeigen. Aber eigentlich hört man hinter dem martialischen Quark nur raus: ›Sehen Sie, Herr Lehrer Lempel! Ich habe es zu was gebracht. Ich bin doch ein wertvoller Mensch! Bitte akzeptieren Sie mich als einen der ihren, als Homo Sapiens.‹
Linus Volkmann

03 Ace Of Base »All That She Wants«

Dachte ja immer das seien Dänen. Es sind aber Schweden. Das mal an trockenen Infos. Sicherlich eigentlich nicht die erste Wahl, wenn es um Eurodance geht, aber am Wochenende hat mir jemand erzählt, dass ihr Onkel neben einem von denen in Marbella wohnt. Tja, und jetzt wollte ich die Info eben gleich mal verwerten - so sind wir Schreiber eben. Viele hassen das Lied ja. Warum eigentlich? Das ist doch so harmlos, das man es einfach mitnehmen kann, also jetzt im Hintergrund während man irgendwas anderes macht. Die lakonisch untermalte Geschichte einer Frau auf der Suche nach immer neuen Männern. Hmm, langweiliger Text? Passt doch...
Thomas Venker

04 E-Rotic »Max Don’t Have Sex With Your Ex«

Das ohnehin schon eindimensionale Zeichensystem von Dancefloor noch weiter aufs (Un-)Wesentliche runterzubrechen, dafür standen E-Rotic wie wahrscheinlich kaum ein zweites Projekt der 90er Jahre. Jede ihrer circa 20 Singles benannte schon im Titel konkret ›Sex‹, ›Dick‹ oder ›Tits‹. Dass auch dieses frühe Video der von David Brandes gegründeten E-Rotic mit lächerlichen Cartoon-Szenen und Nippeln das KLF-Schwundstufen-Geballer bewarb, war da nur konsequent. Bleibt nicht ohne Stolz zu erwähnen, dass ich das Projekt 1994 einmal live bestaunen durfte – war aber nicht so gut. Erotisch schon gar nicht.
Felix Scharlau

05 Prince Ital Joe feat. Marky Mark »United«

Alex Christensen hat ja bekanntlich ziemlich viele unterirdische Tracks produziert. So ziemlich alles, was er nach dem Klaus Doldinger-Cover ›Das Boot‹ produziert hat, war absoluter Bockmist. Man denke nur an seine aktuelle Booty-Collection ›Euphorie‹.  Bei ›United‹ hat er sich jedoch ziemlich viel Mühe gegeben. Man achte nur auf die grandios deplazierte Orgel im Song oder auf den Street Dance im Video, der wurde damals noch wirklich auf der Straße getanzt. Hier kann man Trash noch schön finden und gemeinsam mit dem Schätzelein im Autoscooter in den Sonnenuntergang fahren. Mark Wahlberg war damals noch auf den Hinterhöfen der Bronx unterwegs und hat seine Homies noch per Handschlag begrüßt. R.I.P. Prince Ital Joe.
Holger Wendt