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So war’s mit Casper in Bremen + Fotostrecke

20 Jahre Intro live

Ist der Bremer Schlachthof wirklich der beste Konzertclub des Landes? Immer mehr Musiker behaupten das. Für uns Grund genug, den ebenfalls restlos beeindruckten Casper auf die Bühnenbretter dieses Ladens zu stellen. Viva 20 Jahre!
Geschrieben am
29.02.2012, Bremen, Schlachthof

Und da sage noch einer, Intro sei mittlerweile in die Jahre gekommen: Direkt nachdem die Türen des Bremer Schlachthofs aufgestoßen wurden, quillt ein Schwall wirklich junger Leute in den kleinen Saal und hält sich ab dann krampfhaft am Bühnenrand in der ersten Reihe fest. Manche der jungen Fans unseres Titelhelden aus der Intro-Ausgabe 194 haben es noch nicht mal geschafft, ihre Eltern an der Tür abzuschütteln. Oder ist Casper tatsächlich der eine familientaugliche Rapper? Wäre auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal.

Die Show des Ex-Bielefelders und seiner Band beginnt familienfreundlich pünktlich und mit einem hübschen Knalleffekt. Die Musik erstirbt und das Licht geht aus, und auf einmal stehen Wölfe auf der Bühne. Aber die Oberfans erkennen im Frontwolf ihren Casper, und schon läuft die Show in geregelten Bahnen. Auch wenn der Mann seit Veröffentlichung seines Debüts »XOXO« sicher keine Zeit gehabt haben dürfte, seinen Bühnenauftritt groß zu variieren, verlieren diese mittlerweile so oft gehörten Stücke wie der Opener »Der Druck steigt« mit all ihrem Moschus-Dampf und all ihrer Kraft ihre Wirkung kein Stück. Im Gegenteil: Die Fans rasten auf den vielen verschiedenen Ebenen des Bühnenbereichs des Schlachthofs total aus, die Enge des Ladens tut ihr Übriges, weswegen der Gig auch als noch besser gehandelt wird als Casper im ungleich größeren Pier 2 vor vier Monaten.
Überhaupt der Schlachthof: Schon Thees Uhlmann nannte ihn den besten Konzertclub des Landes, wie Casper an diesem Abend erzählt. Und er gibt ihm Recht. Die große Bühne liegt an der Längsseite des Baus, einem Überbleibsel des ehemaligen städtischen Bremer Schlachthofs, davor ist eine kurze, aber breite Publikumsfläche, dahinter diverse Ebenen und Treppen, so dass selbst kleine Leute von weit hinten und bei ausverkauftem Haus gut sehen können. Das ganze gibt ein warmes und schön schmuddeliges Ambiente, in das der eigentliche Anlass, die 20 Jahre Intro, gut hineinpassen. Der Star an diesem Abend aber war und ist Casper. Das machten vollkommen durchgeschwitzte 90 Minuten deutlich, dass muss man auch als Geburtstagskind einfach anerkennen.