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Lustvolles Beamen

Tinder in den wilden Siebzigern

Ihr dachtet, Dating-Apps seien ein Phänomen der beziehungsgestörten Generation Y? Dieser Sci-Fi-Klassiker hat Tinder und Grindr bereits 1976 vorhergesehen.
Geschrieben am
Neben allerlei weiterer dystopischer Gesellschaftskritik liefert »Logan’s Run« (»Flucht ins 23. Jahrhundert«) eine erstaunlich konkrete Vorschau auf das Dating der Zukunft. Hat man sich in den sogenannten »Circuit« eingeloggt, werden potentielle BeischlafpartnerInnen direkt ins Schlafgemach teleportiert. Per Fernbedienung klickt sich Protagonist Logan (Michael York) durch das Angebot, quittiert das Auftauchen eines männlichen »Circuit«-Teilnehmers mit einem verneinenden Blick und findet schließlich in Jessica (Jenny Agutter) die gewünschte Gespielin.
Im Film dient die kurze Szene hauptsächlich dazu, die skandalös freizügige Sexualmoral der Zukunftsgesellschaft zu illustrieren und zudem Logan und seine künftige Mitstreiterin zusammen zu bringen.  
Abgesehen davon, dass die konkrete Umsetzung des »Circuit« wohl kaum der wissenschaftlichen Analyse standhält, bietet die Technologie eine sehr zutreffende Prognose der Erfolgsformel von Tinder oder Grindr und deren Einfluss auf das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit. Mehr noch: hier wird zudem der uns noch bevorstehende Transfer der Dating-Apps in die Virtual Reality antizipiert.

Wie man liest, laufen  übrigens die Planungen zu einem Remake des Films derzeit auf Hochtouren.

Michael Anderson

Logan's Run - Flucht ins 23. Jahrhundert [Blu-ray]

Release: 15.01.2010