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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Schnetzelfleisch-Sandwich

Rezepte der Popküche: »Roseanne«

»Roseanne« kehrt zurück und wird sicher ihre traditionelle Küche pflegen: Hackbraten, Hackbraten, Hackbraten – und einmal im Jahr Truthahn. Aber erinnert sich noch jemand an Roseannes Schnetzelfleisch-Sandwich? Und was hat es mit Donald Trump zu tun?

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Die wirtschaftliche Lage der Familie Conner definiert in der Sitcom »Roseanne« deren Alltag. Die Show wurde während der 1990er-Jahre zum Hit auf ABC. Damals war klassenbewusster Humor im Fernsehen schon so selten wie heute. In den Geschichten aus dem Working-Class-Leben waren neben Arbeitsverhältnissen auch Geschlechterrollen nicht nur am Küchentisch Thema. Über neun Staffeln setzte »Roseanne«-Erfinderin und Hauptdarstellerin Roseanne Barr ihren wachsenden Einfluss ein, um verschiedenen Frauenperspektiven eine Bühne zu geben. Letztlich ging es Barr aber nicht darum, als Radikalfeministin in Erscheinung zu treten. Sie wollte ihre Rosie als eigenständigen Charakter emanzipieren. Später kandidierte die echte Roseanne für das Amt der US-Präsidentin.

Vor der aktuellen Reunion nach 20 Jahren musste Roseanne Barr enttäuschten Fans die Frage beantworten, warum sie mittlerweile Donald Trump unterstütze. Sollte das ein Witz sein? Der Anti-Establishment-Spirit und die Abneigung gegen Hillary Clintons Positionen sind wohl die gemeinsamen Nenner, die zwischen Rosie aus Lanford, Illinois und dem extrovertierten Star noch bestehen. Und so geht es bei »Roseanne« zwiespältig weiter: Auch Dan und Rosie haben Trump gewählt, während die White-Trash-Kernfamilie sich längst zum liberalen Patchwork entwickelt hat. Eine »Modern Family« der Abgehängten und mit wahrhaftigen Sorgen.

Arbeit war immer schon ein Kiesel im Schuh, Roseanne hatte in der Serie viele miese Jobs. Zwischendurch machte sie sich mit der Lunchbox selbstständig. Einziges Gericht des Ladens: das Schnetzelfleisch-Sandwich, das nur aus losem Hack und Brothälften bestand. Geniales Konzept: Beim Essen würden die Fleischkrümel den Kunden in den Schoß rieseln, woraufhin sie gleich ein neues bestellen müssen. Als Rosie sich in einer Behörde erfolglos um Kreditwürdigkeit zur Finanzierung der Lunchbox bemühte, blaffte sie den Beamten an: »Der Unterschied zwischen euch in der Verwaltung und uns ist, dass ihr alle Jobs habt. Deswegen habt ihr keine Ahnung von unseren Problemen!« Manchmal muss man den Mund eben etwas voller nehmen, um einen guten Witz zu reißen. Und manchmal geht der Witz dabei verloren. Darauf noch ein Schnetzelfleisch-Sandwich.

Das Rezept für eine hungrige Working-Class-Familie:
1,5 Kilo Rindfleisch
2 Esslöffel Bratfett
4 Teelöffel Salz
2 mittelgroße Zwiebeln
2 Esslöffel Senf
2 Esslöffel Essig
2 Esslöffel Zucker
Prise Pfeffer
Sandwich-Brötchen

Und so geht’s:
Das Fett in der Bratpfanne auslassen. Das Rindfleisch hinzugeben und beim Braten nach und nach in kleinere Stücke zerteilen. Die Zwiebeln beifügen, sobald das Fleisch Farbe angenommen hat.

Nach einer Weile das Bratfett abgießen, anschließend die Pfanne weiter erhitzen. Senf, Essig und Zucker unter Fleisch und Zwiebeln mengen, Wasser dazugießen, sodass es alles bedeckt, und 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis das Wasser verdampft ist.

Fleisch zwischen die Brötchen geben. Fertig! Feinschmecker machen daraus mit Essiggurken, Extra-Senf und Käse das Schnetzelfleisch-Sandwich Royal.