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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die Lachsschaumspeise

Rezepte der Popküche: »Der Sinn des Lebens«

Es wirkt zugegebenermaßen etwas unorthodox, ein Rezept für ein Gericht zu empfehlen, das in der Filmvorlage alle umbringt – sogar die, die gar nicht davon gegessen haben. Aber wer kann Gevatter Tod schon etwas abschlagen?

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Was für eine Blamage für jede Köchin und jeden Koch: Man bewirtet eine Gesellschaft, und ein kleiner Kreis diniert und amüsiert sich. So lange, bis plötzlich der Schnitter (anglofon: Grim Reaper) klopft und in der Tür steht, als wäre ein Taxi bestellt worden. Für die Unerfahrenen: Der Tod gehört gemäß landläufiger Meinung zum Leben und bekam aufgrund dieser billigen Binsenweisheit und trotz jeder gegenläufigen Propaganda (vergleiche Bee Gees: »Stayin’ Alive«) eine Rolle in dem Film der britischen Comedy-Boyband Monty Python zugesprochen. Das grimmige Ding steht also samt Sense, die Kapuze keck ins Gesicht gezogen, vor Speisen sowie Speisenden und modert rum. Wie in England üblich nimmt man Freund Hein nicht sonderlich ernst, hält ihn sogar für »einen der Leute aus dem Dorf«, was tatsächlich an der nur wenig urbanen Erscheinungsform des Knochenmanns liegen mag. Und das hatte tatsächlich seherische Qualitäten, denn bis heute gilt: Die Briten bleiben in der Weltrangliste des schwarzen Humors ungeprüft auf Platz eins, und Heavy Metal als Musikrichtung, die sich nachweislich am meisten um Tod und Verderben verdient gemacht hat, wird immer noch als Kunstform des Ländlichen betrachtet und aus dem Bereich der Urban Music ausgeklammert. In jedem Fall offeriert die Knochenhand des Thanatos ein Erklärungsmodell des unangekündigten Dahinscheidens: die Lachsschaumspeise.

Wie man das Rezept dahingehend modifiziert, um im Resultat mit dem süffigen ‘83er-Opus der Großmeister des gespielten Witzes gleichzuziehen, mögen wir der todessehnsüchtigen Fantasie eines jeden selbst überlassen. Nur eines sei allen Freunden des furchtlosen Spiels mit den Launen des Sensenmanns mit auf den Weg gegeben: Graham Chapman war derjenige, der dem Tod in dieser Szene die Tür öffnet und auch als Erster mit ihm spricht. Und er war es auch, der als Erster von Monty Python mit ihm gehen musste. Zufall? Wir wünschen guten Appetit ...

Zutaten für vier Lebensmüde:
250 g Räucherlachs
5 Blätter Gelatine (weiß)
125 ml Geflügelbrühe
200 ml Sahne
150 ml Tomatensaft
3 EL Sherry (trocken)
2 Bund Dill
1 Limette (Saft)
1 Prise Zucker
Pfeffer
Cayennepfeffer
Tabasco

Und so geht's:
Den Räucherlachs in Stücke schneiden, Gräten entfernen. 

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 

Die Geflügelbrühe erhitzen, drei Gelatine-Blätter ausdrücken und in der heißen (nicht kochenden) Brühe unter Rühren auflösen. Etwas abkühlen lassen und mit den Lachsstücken sowie zwei EL Sherry pürieren. Die Sahne steif schlagen und unter die Masse heben. Mit Pfeffer und Limettensaft abschmecken. 

Für das Tomatengelee vier EL Tomatensaft erhitzen. Zwei Blatt Gelatine ausdrücken und im Saft unter Rühren erhitzen. Den übrigen Tomatensaft unterrühren. Mit Zucker, Salz, Tabasco und 1/2 EL Sherry würzen.

Vier Portionsförmchen (ca. 200 ml) kalt ausspülen und den Tomatensaft darin verteilen. Im Kühlschrank fest werden lassen. Die Förmchen aus dem Kühlschrank nehmen und den Lachsschaum auf den Tomatenspiegel streichen. Im Kühlschrank circa zwei Stunden fest werden lassen. Zum Servieren die Förmchen kurz in heißes Wasser tauchen und dann auf Teller stürzen. Die Limette waschen, trocknen und in Scheiben schneiden. Den Dill brausen, schütteln und die Fähnchen abzupfen. Das Gericht mit Limetten und Dill garniert servieren und auf Eintritt des Todes warten.