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Moloko Plus

Rezepte der Popküche: »Clockwork Orange«

Kultfilm, Kultbuch, Kultgetränk? Ganz so einfach ist es nicht: Der Drink, den Alex und seine Droogs am Anfang von »Clockwork Orange« in der Korowa-Milch-Bar bestellen, wird über die Basis Milch hinaus nie so genau definiert, dass man ihn nachmixen könnte. Noch dazu verkauft die angedeuteten Zutaten eher der Dealer an der Ecke als Edeka oder Rewe. Wir haben eine legale Annäherung gefunden, die trotzdem horrorshow ist.

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»Was soll es denn geben, mh?« Gute Frage, die nicht nur der erste Satz in Anthony Burgess’ Roman »Clockwork Orange« ist, sondern auch das Motto dieses Rezeptes sein könnte. ‚nen Schuss Drogen in die Molocke und dann eins auf die Glocke – so einfach ist es nämlich nicht. »Was es da also gab«, in der Korowa-Bar, »das war Milch plus Weißichwas«, erklärt uns Erzähler Alex. Und wird nur wenig präziser: »So bekam man denn Vellozet, Synthomon oder Drencromat und noch so zwei, drei andere Sachen in die gute alte Molocke gemischt.« Das sei die Mischung, bei der man eine Viertelstunde Gott und seine Engel »auf der linken Schuhspitze tanzen sehen« könne. Nicht zu verwechseln mit »Messermilch«, die einen scharf auf eine »Runde zwanzig-gegen-einen« mache – und die Alex im weiteren Abendverlauf zu Mord, Diebstahl und Vergewaltigung treibt. Deshalb ist es auch ein wenig unfair, Moloko Plus kategorisch als Teufelszeug zu deklarieren. Man muss sie ja nicht mit Flakka versetzt als Messermilch pitschen.

»Was soll es denn geben, mh?« Tja, man sieht schon hier, dass Moloko Plus also eher ein Sammelbegriff ist. Wer sich eng an die Vorlage halten will und riskiert, zum Prestupnik zu werden, könnte sich zumindest im Darknet oder zum Beispiel in Berlin an der Warschauer Straße Opiate (Vellozet) oder synthetisches Meskalin (Synthomon) besorgen. Adrenochrom (Drencromat) hingegen wird im eigenen Körper produziert und galt zur Zeit der Entstehung des Buches als Halluzinogen, was inzwischen jedoch wissenschaftlich widerlegt ist. Kann man sich also auch sparen – ist nämlich das, was Burgess in seiner Nadsat-Fantasiesprache Tschipoke nennt.

»Was soll es denn geben, mh?« Diese Frage haben sich schon viele Cocktailmixer gestellt, auf der Suche nach einem legalen »Plus«, das einem trotzdem horrorshow den Gulliver verdreht und das Tocktock schneller schlagen lässt. Nach langem Testen entschieden wir uns für die Kombi aus Wodka und Absinth. Ersteren für den dezenten Aggro-Vibe, Letzteren für die bewusstseinserweiternde Note. Eine gut kickende Molocke-Mische, bei der man am nächsten Morgen nur einen milden Kotter bekommt, ergibt sich, wenn man zum Beispiel Milch mit Moskovskaja Cristall, Orange Bitter und bayerischem Edengrün-Absinth mischt. Aber auch hier bleibt die Antwort auf die Frage »Was soll es denn geben, mh?« euch überlassen. Hauptsache horrorshow!

Das Rezept für einen Drink für einen Droog:
4cl Wodka
1cl Absinth
2 Spritzer Orange Bitters
8cl Milch

Und so geht’s: 
Alle Zutaten in ein mit Eis gefülltes langes, schmales Longdrinkglas geben und umrühren.

Zum Verzehr eine Melone aufsetzen, Opas Gehstock borgen und eine Seniorenwindel über die Slim-Fit-Jeans ziehen, damit auch das Outfit passt.

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