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Bomben und Bässe

Reportage: Kiew Tag und Nacht

Seit den Protesten auf dem Maidan ist über ein Jahr vergangen. Noch immer kommt die Ukraine nicht zur Ruhe. Jeder Zweite hier engagiert sich nach oder statt der Arbeit für den Krieg. Katja Garmasch (Text) und Marcus Simaitis (Foto) reisten nach Kiew, um mit Kriegsvolontär Igor, Theaterregisseur Pavel, DakhaBrakha-Bandmitglied Nina und DJ Nazar über den permanenten Ausnahmezustand zu sprechen.
Geschrieben am
Freitag, 20. Februar 2015

Es ist wie im Berghain. Nur nicht so schön sauber, irgendwie schmuddeliger und gemütlicher. Über einen Vergleich mit dem Berghain würde sich der Club Closer aber bestimmt freuen. Wir sind in Kiew, die dunkle und verwinkelte Industrieruine liegt allerdings mitten im Nirgendwo. Bässe dröhnen durch geschlossene Türen, stilbewusste junge Menschen sitzen in alten Sesseln. Alles wirkt etwas jünger, hipper und gleichzeitig abgefuckter als in vielen House-Clubs, wo Mädchen mit langen Beinen und Plateauschuhen von stämmigen Männern in T-Shirts mit Sprüchen angetanzt werden. Im Closer herrscht eher eine Stimmung, die gleichzeitig cool und mies ist; die Musik entspricht der Atmosphäre. Die leise Hoffnung der Party-Idiotin kribbelt in meinem Bauch – dieses Land passt doch super zu Europa! Schwer vorstellbar, dass wenige hundert Kilometer entfernt nicht Boxen, sondern Bomben dröhnen. Aber beginnen wir den Tag erst einmal von vorne:
08:30 Parkplatz Industriegebiet

Der Motor will nicht starten. Blöd, dass Igor nicht weiß, wo der Motor ist. Auf jeden Fall nicht vorne. Hinten aber auch nicht. Igor schwitzt trotz Minusgraden, er hat über mehrere Monate viel Arbeit in seinen DIY-Krankenwagen investiert: »Der Wagen ist komplett ausgerüstet. Er verfügt über ein Beatmungsgerät und einen Defibrillator. Diesen Schlauch kann man einem Verletzten direkt in den Hals reinstecken. Nur einen richtigen Arzt brauchen wir dafür noch.« Der gebrauchte Kleintransporter, mit kyrillischen Buchstaben und roten Kreuzen dem Zweck seines Einsatzes entsprechend aufgehübscht, stammt aus Frankreich, die Ausrüstung kommt aus der ganzen Welt, zum Beispiel von Ukrainern in Deutschland. Es ist schon der dritte Krankenwagen, den Igor für die ukrainische Armee besorgt hat. Auch er wird Soldatenleben retten. Wenn er mal anspringt.  Igor ist 29, Ehemann und Familienvater. Vor einem Jahr hat er die Freiwilligenorganisation kombat.com.ua ins Leben gerufen. Seither versorgt er die Kämpfenden an der Front mit allem, was man im Krieg so braucht: von Fleischkonserven bis zum aufgetuneten Panzer.


Die meisten Freiwilligen, die zur ukrainischen Armee kommen, besitzen weder Erfahrung noch Ausrüstung. Deshalb haben Volontäre wie Igor die Ausstattung der Soldaten übernommen. Sie stellen Listen mit allem Nötigen online, sammeln Sachspenden, die mit Reisebussen, Privatautos oder per Post in die Ukraine gelangen, und akquirieren auch Geldspenden, die zum Einkauf der Ausrüstung und Munition genutzt werden. Ältere Frauen, die man hier Babuschkas nennt, spenden selbst gestrickte Socken. Freiwillige wie Igor gibt es in der Ukraine millionenfach. Jeder Zweite engagiert sich nach oder statt der Arbeit für Flüchtlinge, für den Anschluss an Europa oder für die Aufdeckung der Regierungsverbrechen – aber vor allem für den Krieg. »50 Prozent des Erfolgs der ukrainischen Armee ist den Freiwilligen zu verdanken«, sagt Igor. »Unser Problem ist nur, dass wir keine Siege vorzuweisen haben. Wir geraten in eine Einkesselung nach der anderen: Illowajsk, Debalzevo, Donezker Flughafen. Es wären mehr Ukrainer bereit, an die Front zu gehen, aber wem sollen sie sich anvertrauen? Unfähigen Generälen, für die das menschliche Leben keine Rolle spielt? Wir sind hier nicht in Amerika, wo jeder einzelne Marine selbst aus dem tiefsten Arsch der Welt gerettet wird.«

Endlich springt der Motor an. Wir fahren an Leuchtreklamen vorbei: »Club«, »Cocktailbar« und »Casino« – eine ganz normale Stadt. Ob er ab und zu dorthin gehe? »Hier in Kiew denkt man manchmal: Dieser Krieg ist ein böser Traum. Aber was sehen die Soldaten an der Front? Braune Erde, gelbes Gras, grauen Schnee, schwarze verkohlte Körper. Wie kann man da ausgehen?«
12:40 Küche in einem Wohnhaus

»Klar war ich auf dem Maidan. Ich habe jeden Tag Borschtsch gekocht und ihn im Topf eine halbe Stunde lang zu Fuß dorthin getragen. Jeder hat was mitgebracht. Irgendwann meinten die Leute: ›Stopp, bitte, wir können nicht mehr essen!‹« Während sie das erzählt, lacht Nina. Dann weint sie wieder. Sie schneidet Zwiebeln für eine Kürbissuppe. Hinter ihr stehen Ehemann Andrei, Schauspieler, und Kater Fjodor, auch ein Schauspieler. Beide in freudiger Erwartung. Damit ist die Küche schon voll, die außen klobigen und innen engen Häuser gehören zum Sowjeterbe. Vor ein paar Tagen wurden an den Hauswänden Pfeile angebracht, die den Weg zu den Bombenbunkern weisen – auch die sind Erbe der Sowjets.

»Klar war es schlimm auf dem Maidan, aber zu Hause war es noch schlimmer. Besonders in der Dezembernacht, als die Berkut-Einheiten in glänzenden Helmen wie schwarzer Kaviar aus ihren LKW-Büchsen auf den Platz quollen. Die Menge blieb stehen und skandierte: ›Kiew, steh auf!‹ Wir sahen das im Fernsehen. Natürlich wollten wir nicht raus in die Kälte, um dort verprügelt zu werden, mit der Aussicht, auf dem kalten Gefängnisboden zu schlafen. Trotzdem sind wir hingegangen. Massen strömten zum Maidan, bis die Milizen wieder in ihre LKWs kletterten und davonfuhren. Das war cool.«

Nina packt das Cello ein, sie muss zur Probe ihrer Band DakhaBrakha. »Man muss sich ablenken«, sagt sie, »sonst wird man verrückt von all den niederschmetternden Nachrichten. Der Maidan war ein magischer Ort. Dort standen Studenten neben Babuschkas, Arbeiter aus der Provinz neben Hauptstadt-Yuppies, Ultras neben Hooligans. Alles war möglich. Aber der Maidan war auch ein enormer psychischer und physischer Stress. Wer aus unserer zarten hedonistischen Generation war schon darauf vorbereitet, wochen- oder monatelang in der Kälte zu stehen, gegen den Staat zu kämpfen und vor Wasserwerfern wegzulaufen? Die ganzen Toten – das Land stand unter Schock. Und als alle dachten, jetzt wird alles gut, kamen Krim, Krieg, Krise ...«
14:15 Café Kupidon unweit vom Maidan

Pavel ist 35, ein bekannter Theaterregisseur, aber nicht so bekannt, dass wir nicht ungestört Tee in einer Kellerkneipe im Zentrum trinken könnten. Junge Männer in bestickten Hemden trinken ukrainisches Bier, auf der Toilette hängt Klopapier mit Putins Konterfei darauf, für 80 Cent gibt es leckeren Borschtsch. Die ukrainische Währung Griwna ist so tief gefallen, dass man sich als Euro-Payer in der Ukraine wie in Thailand fühlt. Wer als Einheimischer noch Geld hat, versucht es zu investieren: die Jüngeren in iPhones, die Älteren in Buchweizen. Innerhalb eines Jahres sind die Ukrainer um 300 % ärmer geworden. Aber auch um 100 % erwachsener. Pavel ist noch etwas älter als alle anderen: Zehn Wochen in einem Separatisten-Keller in Slawjansk gingen nicht spurlos an ihm vorbei. Für einen 35-Jährigen hat er zu viele graue Haare, eine etwas zu schiefe Nase (»Das Richten war viel schlimmer als das Brechen!«) und ein zu nervöses Lächeln. Vor einem Jahr wurde er gemeinsam mit einem Freund während eines Ausflugs in den Donbass festgehalten. Über die Hintergründe kann er nur Vermutungen anstellen: »Ich glaube, die haben uns als pro-westliche schwule faschistische Verräter registriert. Dann wollten sie 100.000 Dollar Lösegeld pro Person. Aber das zahlte keiner, also versuchten sie, uns gegen humanitäre Hilfe einzutauschen. Das hat auch nicht geklappt.« Pavel und sein Freund blieben in Gefangenschaft, bis die russischen Separatisten Slawjansk räumten. »Die Separatisten waren ein zusammengewürfelter Haufen: Ex-Knastis, Arbeitslose, Möchtegern-Gangster, ehemalige Miliz- und Armeeleute«, erklärt Pavel. »Genauer kann ich sie nicht beschreiben, die erste Zeit saßen wir ja mit verbundenen Augen und Händen da. Später haben wir verstanden, dass Separatisten in unterschiedliche Banden aufgeteilt sind. Hätten die einen uns rausgelassen, wären wir von den nächsten wieder festgenommen worden.«


Richtig geschlagen hätten sie ihn aber nur ein paar Mal. Dafür einmal sogar zwölf Stunden lang ununterbrochen. Mit einem Schlagstock. »Einer der Schläger hat wahnsinnige nationalistisch-satanistische Parolen von sich gegeben – abgefahren! Leider konnte ich das nicht aufnehmen. Aus einer künstlerischen Perspektive war es nämlich sehr interessant.« Mittlerweile seien die russischen Separatisten nicht mehr so nett, meint Pavel. Jetzt sind es Hunderte Gefangene auf beiden Seiten, vielleicht sind es Tausende, keiner wisse es so genau. Und alle werden gefoltert. Warum, wisse auch niemand. Pavel hat eine These: »Folter gehört eben zum Krieg. Das ist ein Überbleibsel unserer sowjetischen Kommunismus-versus-Faschismus-Mythologie. Diese Menschen haben ihr Leben für einen Hungerlohn in Stollen unter der Erde verbracht. Damals waren sie Helden der Arbeit, und jetzt gibt es keine Ideologie mehr, um ihre elende Existenz zu rechtfertigen. 77 % waren noch nie in Europa. Was das russische Fernsehen ihnen zeigt, ist für sie die Realität. Deswegen sind sie so empfänglich für anti-ukrainische Propaganda.«
19:30 Kinotheater Kinopanorama

Ein betrunkener Mann in weißem Hemd mit Stickereien tanzt über eine sommerliche Landstraße. Er wirft die Füße abwechselnd nach vorne und wirbelt Staub hoch. Das Bild auf der Leinwand wird unscharf, die Silhouette des Betrunkenen in den Staubwolken bekommt etwas Göttlich-Teuflisches. Die Musik wird schneller, die Trommel immer dumpfer, der Rhythmus fordernder: Urzeit-Techno unplugged. Nina sitzt auf der kleinen Bühne davor. Ganz in Weiß mit einem hohen schwarzen Fellhut. Ihre Band DakhaBrakha vertont »Die Erde« von Oleksander Dovzhenko, das Meisterwerk des ukrainischen Kinos aus dem Jahr 1930. Ein Drama über die Kollektivierung. Einige Jahre später werden unter der Herrschaft Stalins mehrere Millionen Ukrainer den Hungertod erleiden. In dem dunklen und bis zum Anschlag vollgepackten Saal mit seinen alten Holzsesseln beschleicht mich der Gedanke, dass ukrainische Geschichte seit jeher auf sinnlosem Sterben basiert, das je nach Ideologie zum Opfer- oder Heldentum erklärt wird. Früher war in der Geschichte alles sowjetisch, die Opfer von Hunger, Bürgerkrieg oder Tschernobyl waren Sowjetbürger. Und als ich Pavel später davon erzähle, teilt er diesen Eindruck: »Autonom ist ukrainische Geschichte erst seit dem Maidan.«

Auch die ukrainische Musikszene ist erst seit Kurzem autonom. Weil russische »Popsa«, wie der gängige russische Plastik-Pop genannt wird, aus dem Radio, Fernsehen und Konzerthallen verschwunden ist, gibt es Raum für ukrainische Musiker, die offenbar nur auf ihre Entdeckung gewartet haben.  Im Ausland ist die Nachfrage nach Musik aus Kriegs- und Krisenländern groß. DakhaBrakha, die Folklore mit rohen akustischen Rhythmen und Bässen verbinden, sind schon auf vielen europäischen Festivals aufgetreten – von Roskilde über Haldern bis zur Fusion. »So viel Interesse und Mitgefühl haben wir in zehn Jahren auf Tour noch nie erlebt! Alle wollen helfen, aber wie können sie uns helfen?« fragt Nina. Selbst bei Konzerten in Russland gab es Sympathiebekundungen. »Nicht alle Russen sind von der Propaganda verseucht.« 
22:00 Mit Pavel auf dem Maidan

Der Unabhängigkeitsplatz ertrinkt im einem Meer aus Blumen und bunten Trauerkerzen. Hier und da schwarze Löcher, Rußreste von brennenden Reifen, Lücken von fehlenden Pflastersteinen – Babuschkas haben sie stundenlang bei minus 15 Grad rausgeklopft und jungen Männern gereicht. An der Seite stehen Fotos von den Opfern. Für Pavel sind es Helden.

Seine Erfahrungen in der Gefangenschaft der Separatisten hat der Theaterregisseur in einem Stück verarbeitet: »Novorossija – No One’s Land«. Es wurde Anfang des Jahres in Kanada aufgeführt. Er hätte dort bleiben können, aber das brachte er nicht übers Herz. Ein Jahr nach den blutigen Ausschreitungen gedenkt er mit Tausenden anderen den Opfern vom Maidan. An den Stellen, wo die Helden gestorben sind, wurden Scheinwerfer aufgestellt, die Strahlen sollen ihre Seelen darstellen, die in den Himmel aufsteigen. Menschen liegen sich in den Armen, weinen. Pavel fühlt sich unwohl: »In der Ukraine betreiben wir einen Kult um unsere Opfer. Ob Tschernobyl, Hungerkatastrophe unter Stalin oder Massenvernichtung durch die Faschisten.« Pavel steckt in einer Sinnkrise. Seit »Novorossija – No One’s Land« hat er kein Stück mehr geschrieben. Über die aktuelle Situation zu schreiben fällt ihm schwer. »Ich könnte etwas Märchenhaftes wie ›Herr der Ringe‹ inszenieren«, überlegt er. »Dann käme jetzt der Wendepunkt, an dem man die Hoffnung aufgibt und die Elben alle retten. Aber die Elben werden nicht kommen, und mehr Mordor als Putins Russland geht ja wohl kaum! Da müssen wir wohl selbst heraus. Vielleicht lautet die wichtigste Lektion vom Maidan, dass zur echten Solidarität nur echte Individuen fähig sind. Das ist etwas anderes als das alte Märchen von der Kollektivierung. Wenn es eine Grenze zwischen mir und dir gibt, können wir uns zusammentun und etwas bewirken. Weil Solidarität immer eine freiwillige Entscheidung ist. Wir müssen dranbleiben und dürfen nicht warten, bis ein Herrscher uns glücklich macht. Das wird nie passieren.« Ein DIY-Staat, die erste Grassroots-Gesellschaft Europas, in der Freiwillige wie Igor den Staat aufbauen und Menschen wie Pavel und Nina über alles entscheiden, hier auf dem Maidan? Eine neue Geschichte, von allen geschrieben? »Vielleicht. Ich glaube nicht mehr viel, aber daran möchte ich glauben.« 
00:20 Industriegebiet am Dnepr-Fluss

Vom Maidan führt mein Weg in den Club Closer. Heute ist Nazar Prokopiv für den Sound verantwortlich. Er ist DJ und Betreiber des Labels Wicked Bass. Tagsüber stellt er mit seinem Vater Keramikplatten für Schutzwesten her, die im Krieg eingesetzt werden, abends legt er auf. In jedem zweiten Satz droppt er Berliner Namen wie Ostgut und Wilde Renate. Techno sei der Sound der Stunde, sagt er. Vielleicht, weil diese Musik eine gewisse Aggressivität ausdrücke. 

Trotz oder gerade wegen des Kriegs befindet sich die Kiewer Partyszene im Aufbruch – ein ähnliches Phänomen gab es in Belgrad zu Zeiten des Jugoslawien-Krieges und in Tel Aviv während der zweiten Intifada. Einige Kiewer Clubs mussten schließen, dafür eröffnen neue, teils illegale Locations. Nazar findet, was die Clubszene angehe, komme Kiew an Städte wie Berlin oder Paris zwar noch nicht heran, habe jedoch osteuropäische Metropolen wie Moskau oder Warschau längst überholt. Seit einem Jahr muss Nazar öfter auflegen. Zu den Anfeindungen, die das DJing mit sich bringt, hat er eine dezidierte Meinung: »Ich glaube nicht, dass das hier ein Tanz auf dem Vulkan ist. Auch während der Blockade von St. Petersburg gab es Konzerte und Theatervorführungen. Es ist gut, mal gemeinsam abzugehen und zu spüren, dass man nicht allein ist.« Nazar schreit gegen die laute Musik an: »Die Menschen an der Front erwarten natürlich, dass wir uns stärker für den Kampf engagieren. Sie werden aus der Hölle zurückkommen und sehen, wie ihre Freunde in Bars herumsitzen. Das dürfte noch zu Konflikten führen. Aber das Leben hier wird nicht besser, wenn wir alle Trauer tragen. Wir sollten nicht aufhören zu feiern. So wie das Leben nicht aufhören darf!« Die Nacht in Kiew hat jedenfalls gerade erst begonnen.