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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Joko und Klaas sagen mal, was mal gesagt werden muss

#mundaufmachen

Es ist wichtig sich zu positionieren. Es ist wichtig, dem rechten Buchstabenmüll der sozialen Netzwerke starke Stimmen entgegenzustellen. Mit Joko und Klaas äußern sich nun zwei der bekanntesten TV-Gesichter Deutschlands.
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Man weiß ja gar nicht mehr, wohin mit dem Hass. Jeder Morgen begrüßt einen mit einer weiteren Ekelmeldung. Mit »besorgten Bürgern« und ihren Kindern, die sich an die Seite von NPD-Arschnasen stellen. Mit besoffenen Vollpfosten, die in der S-Bahn Kinder anpinkeln. Mit Gebäuden, die von feigen Schweinen des Nächtens in Brand gesetzt werden, damit sie nicht mehr als dringend benötigte Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden können. Mit grölenden Kotzköppen, die glauben mit ihrer Bierwanne und ihren zur Glatze ausrasierten Geheimratsecken zu einer Herrenrasse zu gehören, die - wenn es sie gäbe - eh in Skandinavien und nicht in Deutschland anzutreffen wäre. Mit empathielosen Arschlöchern, die allen Ernstes Menschen den Weg versperren, die einem Bürgerkrieg entflohen sind und Dinge erlebt haben, die man sich in der heilen Welt von Nauen, Freital und Heidenau gar nicht vorzustellen wagt. 
 
Begleitet werden all diese Nachrichten, Kommentare und Beiträge von einem Schwall an Facebook-Kommentaren, die einem in schlechten Zeiten tatsächlich das Gefühl geben, dieses Deutschland bestünde nur noch aus diesen jämmerlichen Gestalten. Dabei ist es ja eigentlich nur so, dass diese Typen mehr »Redezeit« für sich beanspruchen als andere, weil sie jede freie Minute nutzen, um ihren rechten Meinungsmüll ins Internet zu kippen, während man selbst ja oft genug der Formel folgt: »Don’t feed the troll.« 
 
Etwas weit ausgeholt. Pardon. Aber das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen ... 
 
Kern dieser Meldung sollte eigentlich sein: Es ist wichtig sich zu positionieren, es ist wichtig, diesem Buchstabenmüll starke Stimmen entgegenzustellen. Genau das tun jetzt Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, und man kann von ihnen halten was man will, ihr Statement, das sie soeben auf dem YouTube-Kanal von »Circus HalliGalli« posteten, ist wichtig und genau richtig. Die beiden kommen gerade mit ihren großen Pro7-Wochenendshows in Millionen Haushalte, erreichen eine junge Zielgruppe aus allen Bildungsschichten, gehören zu den bekanntesten TV-Gesichtern Deutschlands – da ist es so selbstverständlich nicht, dass sie dermaßen deutlich, pissig und aggressiv Stellung beziehen. Denn: Wir brauchen nicht nur kluge ARD-Kommentare, wir brauchen auch und vor allem SchwieTo-Kandidaten die »Refugees Welcome«-Shirts tragen, »Berlin Tag & Nacht«-Folgen, in denen man sich zum Nazi-Bashing trifft, Stefan Raabs, die mal so was raushauen – und eben Joko und Klaas, die hier immerhin einen Anfang machen.