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»Gedruckte Magazine sind dem Tode verschrieben«

Kratzen & Beißen gegen Printmagazine

Diese Rubrik war seit jeher der Platz für Meinungen, mit denen man sich unbeliebt macht. Intro-Redakteurin Senta Best hat das in all den Jahren verinnerlicht. Seit das Ende von Intro bekannt ist, fragt sie sich, ob gedruckte Magazine nicht eh von vorgestern sind – zum Beispiel im Hinblick auf die Umwelt. Womit unser Ende ja eigentlich wieder voll im Trend läge. Trotzdem mussten wir natürlich Konsequenzen ziehen und haben Senta gefeuert.

Geschrieben am

Seht es doch endlich ein: Gedruckte Magazine sind dem Tode verschrieben! Sie müffeln sogar schon streng. Das ist euch bloß noch nicht aufgefallen, weil der Gestank der hochgiftigen Druckfarben all das übertüncht. Und genau deshalb hat man sich vor Jahren das Internet ausgedacht. Glücklicherweise, schließlich stammt das älteste aller Medien – Print – aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, einer Zeit also, in der die Menschheit nicht mal das Lesen und Schreiben beherrschte. Es hat einige Jahre gedauert, bis die Idee mit den Einsen und Nullen sich etabliert hatte, aber irgendwann konnte man Worte und Bilder endlich auch ohne verschwenderische Druckwalzen unter die Leute bringen. Was das bringen soll? Na, in erster Linie Umweltschutz, Alter! Beispielsweise hat ein reguläres Intro-Heft 130 Seiten, wiegt circa 220 Gramm und ist noch dazu mit augenkrebserzeugenden Farben bedruckt. In umweltschädigenden Zahlen und auf eine gesamte Auflage hochgerechnet sind Printmagazine also mitschuldig am Abnippeln eines mittelgroßen Waldes pro Jahr und an etlichen Kubikkilometern CO2. Schließlich müssen die unsäglichen Hefte ja auch mittels noch unsäglicherer Spritschleudern zu den Auslagestellen gefahren werden. Damit sind (oder waren) das pro Ausgabe 220 Gramm mal 100.000, also 22.000.00 irgendwas!!!

Aber es gibt weitere Nachteile gegenüber dem Internet: Wer ein Magazin liest, agiert fürchterlich eindimensional und wendet der Gesellschaft den Rücken zu. Schließlich kann man sein Gesicht ganz einfach hinter den Seiten verbergen. Zudem ist es nicht möglich, ein Printprodukt zu konsumieren und gleichzeitig in einem anderen Tab irgendwas zu googlen, das gerade Gelesene mit der Facebook-Community zu teilen oder weiterführende Literatur (oder andere die Wirtschaft ankurbelnde Dinge) bei Amazon zu bestellen. Wie scheiße, umständlich und unsozial ist das bitte, hm?! Und Werbung kann man nicht einfach per Adblocker wegklicken, nix da! Man muss sich den unpersonalisierten Bullshit ungefiltert reinziehen. Dumm macht das Printmagazine-Lesen also auch noch, Studien zum Thema folgen (natürlich im Netz).

Jetzt, wo all diese Infos an die Öffentlichkeit geraten, könnten wir uns mit einem 27 Jahre alten Printmagazin wie Intro eh nirgendwo mehr blicken lassen. In einer Gesellschaft, wo doch schon weit weniger umweltbelastende Dinge wie Kaffeebecher-2-go, das bisschen Atomkraft und eine Handvoll tote Fische für Aufsehen sorgen, steht Um-weltschutz schließlich vor Um-blättern. Also machen wir den Laden lieber dicht. Tschüss, ihr Printtrottel!

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