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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Intro hasst. Heute: Gegen die Musik zur WM!

Kratzen und Beißen

Schon wieder vier Jahre rum? Endlich und erneut Dutzende offizieller WM-Songs von schwer beschädigten Instanzen und Künstlern? Nieder mit ihnen!
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Schon wieder vier Jahre rum? Endlich und erneut Dutzende offizieller WM-Songs von schwer beschädigten Instanzen und Künstlern? Nieder mit ihnen! Von Linus Volkmann.

Nicht dass es früher musikalisch so viel besser gewesen wäre. Im Gegenteil: "Fußball ist unser Leben", produziert von Jack White (WM 1974, Deutschland), oder "Mexico, Mi Amor" (WM 1986, Mexiko) mit Peter Alexander wurden auf ewig als Trash-Lachnummern kanonisiert und stellen beredte Zeugen einer Zeit dar, bevor Pop und Coolness universelles Gut wurden. Irgendwann hatte dann aber plötzlich jeder einen Beckham-Iro, und es hagelte aus allen Ecken und Kanten WM-Songs.

Sasha zum Beispiel, der komische Affe, hier kamen Iro und Song zusammen ("This Is My Time"). Und die passende Gleichung zu all dem liegt auf der Hand: Die WM wird fraglos ein Erfolg; wer seinen Song damit verknüpfen kann, dem ist dann ja wohl ein ähnlicher beschieden.

Seit der unterirdischen Sportfreunde Stiller-Platte "You Have To Win Zweikampf" macht der Zug nun auch nicht mal mehr vor Indie halt. Denn wo in der Szene abseits von Stadion und Großraum nur Häme und Entsetzen für "Songs" wie "54, 74, 90, 2006" herrschte, wurde der Mist hingegen gesamtgesellschaftlich ein absoluter Hit, der bis zu den Schweinis ins Hinterland der Fanmeile reichte. Bitte eine eigene Insel für mich!



Das bald omnipräsente Sequel "54, 74, 90, 2010" existierte ja bereits vor vier Jahren als Drohkulisse, und nach dem Durchmarsch von "Seven Nation Army" von der Stadion-Grölerei in die Charts hat natürlich auch Deutschlands dümmste Rockband Revolverheld ein Fax bekommen. Und appelliert mit "Helden" an Herz, Nation und vor allem unser Mitleid. Hoffentlich verlieren sich aber die einzelnen Auswüchse in der unübersehbaren Masse an "offiziellen" WM-Songs: der offizielle ZDF-WM-Song, der offizielle Hasseröder-WM-Song, der offizielle "Bauer sucht Frau"-WM-Song, der inoffizielle WM-Song deiner Mutter ... Kannibalisierung nennen wir Marketing-Fachleute so was. Eigentlich bezeichnet das etwas Negatives, in diesem Zusammenhang hier wäre es indes ja wohl nur Zucker.



Wohin mit dem Hass? Hierhin! Unter www.intro.de/spezial/kratzenundbeissen wird monatlich gedisst, was das Zeug hält.

Außerdem auf intro.de: Gelbe Karte, rote Karte - raus! Fünf EM-Hymnen von 2008 im Test.