×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Intro hasst. Dieses Mal: Manchester

Kratzen und Beißen

Wohin mit dem Hass? Na: Hierhin! Intro hasst wieder, einmal im Monat kippen wechselnde Intro-Autoren einen großen Kübel Abscheu über ein Thema ihrer Wahl.
Geschrieben am
Wohin mit dem Hass? Na: Hierhin! Intro hasst wieder, einmal im Monat kippen wechselnde Intro-Autoren einen großen Kübel Abscheu über ein Thema ihrer Wahl. Heute: Wolfgang Frömberg vs. Manchester.

Warum eigentlich Manchester hassen? Für einen geborenen Kölner ist diese Frage leicht zu beantworten. Schließlich muss ich das Elend, das Köln mit Manchester gemeinsam hat, jeden Tag live erleben. Da wären die unerträglichen Fußballklubs 1. FC Köln und ManU, die sich zwar in Spielkultur, nicht aber in der widerlichen Großmannssucht unterscheiden.

Da wäre außerdem der Streit um den Titel der zweitwichtigsten Metropole des Landes. Manchester zankt sich mit Birmingham. Und Manchester hat dabei einen noch größeren Hang zur Selbstverleugnung und eine noch furchterregendere Musikszene als das Möchtegern-Berlin Köln mit De Höhner und Kompakt zu kaschieren.

Ian Curtis
beging rechtzeitig Selbstmord. Während New Order dem Arbeiterstadtflair, dem Manchester ungefähr so gerecht wird wie Köln seinem Ruf als Medienhauptstadt, bis heute durch die offene Zurschaustellung ihrer Versoffenheit frönen, nutzen die auch im Intro gehypten geschniegelten Anti-Authentizitätspopper der Neuzeit aus Manchester wie Delphic und Hurts jede Möglichkeit der Inszenierung zur Flucht aus diesem Kontext. Aber wenn keine Verbindung mit der Welt mehr erkennbar ist, auch kein Widerstand,  muss man diese Anti-Authentizität einfach Verlogenheit nennen. 

Mark E. Smith von The Fall kommt aus Manchester. Er mag keine Musiker. Und er weiß, woher er kommt: "Ich bin arbeitslos und stolz darauf. Ich bin aus Manchester." Darüber hinaus gibt es nix zu glorifizieren. Ich höre Kesha, die weiß, wovon sie redet - und wünsche Manchester den Bau eines U-Bahn-Tunnels. Den würde ich gern vor Ort besichtigen.