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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Zauberhaft, kafkaesk

Ein Sommersandtraum

Das Sandmännchen – mal anders. Eine Liebesgeschichte – mal unkonventionell. Eine Komödie – mal aus der Schweiz.
Geschrieben am

Benno (Fabian Krüger) ist ein eitler Verkäufer historischer Briefmarken. Er ist auf Beethovens Neunter hängen geblieben und kann eins am besten: sich selbst und anderen Sand in die Augen streuen. In Peter Luisis schwyzerdütschem »Sommersandtraum«, der in diesem Jahr den Publikumspreis des Max-Ophüls-Festivals erhielt, scheint Benno dies anfänglich auch metaphorisch zu gelingen. Besonders gut auf Kosten seiner Nachbarin Sandra (hinreißend: Irene Brügger a.k.a. Frölein Da Capo), der Caféhausbesitzerin, der er täglich aufs Neue wie zwanghaft zeigen muss, wie ekelhaft er doch sein kann – und dass seine geordnete kleine Welt auf Sand gebaut ist.

Da hört die Metapher eines Tages auf, Metapher zu sein. Benno muss feststellen: »Das rieselt so aus mir raus ...« Ein Kampf mit sich selbst beginnt, bei dem Benno weder ein pseudo-osteuropäischer Wahrsager weiterhelfen kann, noch das nonchalante Kopf-in-den-Sand-Stecken vor dem Wissen schützt, dass sein Leben ihm durch die Finger rinnt. Wäre da nicht Sandra, die sich in dieser zauberhaft-kafkaesken Komödie glücklicherweise als Bennos rettender Sand im Getriebe entpuppt. Sandra!



»Ein Sommersandtraum« (CH 2009; R: Peter Luisi; D: Irene Brügger, Fabian Krüger, Sigi Terpoorten, Beat Schlatter; Kinostart: 21.07.)