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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

Watchmen

Jeden Donnerstag ist Kinotag! Unser Filmkritiker Alexander Dahas hat sich die wichtigsten Filmstarts der Woche schon einmal vorab angesehen.
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Jeden Donnerstag ist Kinotag! Unser Filmkritiker Alexander Dahas hat sich die wichtigsten Filmstarts der Woche schon einmal vorab angesehen.


Watchmen

R: Zack Snyder; D: Patrick Wilson, Malin Akerman, Billy Crudup, Jackie Earle Haley etc.
Von Terry Gilliam bis Alan Moore hat sie fast jeder einmal für unverfilmbar erklärt: die Bundeslade der Comicfans, der Superheldenabgesang namens "Watchmen". Letztendlich war der Graphic Novel-Klassiker für die Marktgesetze zu attraktiv, um einer Kinoversion länger zu trotzen, und auf dem Papier sieht ja auch alles sehr viel versprechend aus. Die Story dreht sich um eine alternative Fassung des Jahrs 1985, in dem Richard Nixon noch immer an der Macht ist und maskierte Vigilanten in einem paranoiden Amerika ihr Unwesen treiben. Als einer der Ihren brutal ermordet wird, verdichten sich die Zeichen auf eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes. Die 162 Minuten der Verfilmung halten sich nominell eng an die Vorlage, werden jedoch der Funken sprühenden Komplexität des Comics so gut wie nie gerecht und irritieren mit einer Künstlichkeit, die man im Original vergebens sucht. Herausgekommen ist eine trotz aller Bemühungen zweitklassige Geschichte, die weder die werkimmanente politische Brisanz, noch die versprochene charakterliche Tiefe erreicht. Die Fanschar ist sich weitgehend einig: die beste Szene ist die suggestive Titelsequenz, die andeutet, was nachher alles fehlt.

Gran Torino
R: Clint Eastwood; D: Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang, Ahney Her etc.
"Get the fuck off my lawn!" Niemand artikuliert individualistische Ansprüche durch zusammengebissene Zähne treffender als Regie-Senior Clint Eastwood. Als chronisch desillusionierter Kriegsveteran in einer heruntergekommenen Detroiter Nachbarschaft spielt er in seinem jüngsten Film einen bürgerlichen Dirty Harry, der  einigen Leuten gerne mal die Manieren beibringen würde, die er selber nicht immer 100% hat. Wenn er sich am Ende trotz haarsträubender Vorurteile in den  Schutzengel einer Immigrantenfamilie verwandelt, ist das ein hochmoralische Affäre, die von der eleganten Filmsprache nur noch unterstützt wird. Auf seine alten Tage überrascht Eastwood also nicht nur mit bildhafter Eloquenz, sondern auch mit einer überraschend unamerikanischen Alternative zu gängigen Rachefantasien. Dramatisch und spannend.

Wir verlosen zum Filmstart drei Fanpakete, bestehend aus einem Longsleeve, einem Caps, einer Weste und jeweils 2 Tickets. Mailt dazu an verlosung@intro.de!

Video: Die Trailer der Woche



Auf der nächsten Seite: "35 Rum" und "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde".


35 Rum
R: Claire Denis; D: Alex Dascas, Mati Diop, Grégoire Colin, Nicole Dogué etc.
Claire Denis' ("Nénette & Boni") neuer Film handelt dagegen von vier Personen aus den ähnlich bescheidenen Verhältnissen der Pariser Vorstadt, die mit ihrem Patchwork-Dasein erst einmal gut zu recht zu kommen scheinen. Dass ihr Zusammenleben auf der feinen Balance zwischenmenschlicher Dynamiken beruht, offenbart sich ausgerechnet in dem Moment, in dem sich haarfeine Veränderungen abzuzeichnen beginnen. "35 Rum" bietet glaubwürdige Charaktere in einem gut beobachteten Milieu, deren (Liebes-)Leben sich gar nicht erst auf die Konventionen romantisch überhöhter Filmvorstellungen einlässt. Stattdessen gibt es den realistischen Gefühlshaushalt, der französisches Kino so lebensecht (oder wahlweise langweilig) macht.

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
R: Eric Brevig; D: Brendan Fraser, Josh Hutcherson, Anita Briem etc.
Nach "Gods And Monsters" und "Der stille Amerikaner" kann sich Brendan Fraser eigentlich alles erlauben, und was das Schlimme ist: er tut es auch. Seine Spezialität scheinen dieser Tage vor allem effektlastige Familenabenteuer zu sein, deren technische Versiertheit jeweils in grellem Kontrast zu ihren erzählerischen Meriten steht. Diese Jules Verne-Adaption macht da keine Ausnahme. Die an sich schon altbackene Geschichte um ein All-Ages-Team, dessen Abstieg in eine Urzeithöhle tiefer ausfällt als geahnt, punktet vor allem mit dem großzügigen Einsatz des 3D-Verfahrens, das gerade wieder vermehrt als Kino-Pluspunkt in Stellung gebracht wird. Was für Kinder womöglich noch aufgrund der Schauwerte interessant ist, erweist sich für erwachsene Begleitpersonen als arg transparente Action-Folie ohne glaubwürdigen menschlichen Touch.