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Vater-Werden ist nicht schwer

Das Vaterspiel

Vater-Werden ist nicht schwer, dem versammelten Genpool hinterher nicht auf den Sack zu gehen dagegen sehr.
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Vater-Werden ist nicht schwer, dem versammelten Genpool hinterher nicht auf den Sack zu gehen dagegen sehr.


In Michael Glawoggers „Vaterspiel“ arbeiten sich drei neurotische Nachkommen am übermächtigen Erbe ihrer Erzeuger ab, nicht ohne Zwangsaufenthalte im Selbsthass-Bootcamp. Einer erfindet sogar einen Ego-Shooter mit Papa als Zielperson. Der Film an sich ist super, lässt aber auch an die bucklige Verwandtschaft denken:

Darth Vader
Als Vaterfigur ein klassischer Komplettreinfall. Manipulativ bis hinten wieder, unbeteiligt in Erziehungsfragen und obendrein noch mit filiziden Absichten à la Zeus. Kein Ladies’ Man aufgrund extrem unreiner Haut, Typ Prinzipienreiter mit Allmachtsfantasien. Ärger vorprogrammiert.
 
Vadder Abraham
Auf den ersten Blick vertrauenswürdig auf eine Heidi-mäßige Kumpel-Art mit Weihnachtsmann-Einschlag. Reserviert seine Sympathien aber in erster Linie für sexuell ambivalente blaue Wichte, die seinen Gottkomplex hätscheln. Unangenehm vor allem das soziopathische Dauergrinsen zu abgegriffenem Geklampfe.
 
Eisenvater
Ein Name wie dieser lässt eigentlich keine Fragen offen, verspricht gerechte Härte und Erziehungsmethoden aus Kruppstahl. Und musikalisch ist Eisenvater auch noch. Jim Morrison würde längst nicht so scharf auf seine Mutter sein, wenn er früher Songs wie „Krätzmilbe“, „Motorprügel“ oder „Fleischgeld“ gehört hätte.




Intro empfiehlt
Das Vaterspiel (A/D/F/IRL 2009; R: Michael Glawogger; D: Ulrich Tukur, Sabine Timoteo; Alamode)