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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Vans Warped Tour

No Room For Rockstars

Vans Warped Tour, das mobile Mega-Festival, tourt jedes Jahr durch die USA. Eine Doku über Logistik-Wahnsinn und Teenage-Dream.
Geschrieben am

Kaum ein Luftschloss scheint in seiner Erfüllung so nah am Albtraum gebaut wie das, irgendwann ein rebellischer Rockstar zu sein. Und damit seien nicht mal Suff, Depression und death on the road gemeint, sondern die bloße Erkenntnis, wie erschreckend wenig Riot übrig bleibt, wenn man im durchkapitalisierten Musikbiz die Rolle des ungezähmten Gitarren-Mackers auszufüllen hat. Die überraschend ehrliche Doku »No Room For Rockstars« erzählt gleich zwei Geschichten. Sie begleitet einmal eine leicht übergewichtige Hispanic-Boys-Punkrockband im VW-Bus, die dem Tross Vans Warped pleite und auf dem Zahnfleisch, aber hoch motiviert hinterherreist – in der Hoffnung auf einen Opening-Slot am frühen Nachmittag.

Und gewährt im zweiten Strang tiefe Einblicke in die Tourwirklichkeit der beteiligten Bands. Man weiß nicht, was schlimmer ist: der prekäre Traum der Boys, die betteln müssen für Benzin und im Bus pennen, oder die völlig von Schedule und Routine geknechteten Top-Acts, die 24/7 Dienstleistung und Selbstmarketing betreiben. Das Tabu, Rock über Entfremdung zu erzählen, hat in dieser ungewöhnlichen Doku keinen Platz – und macht sie deshalb mehr als sehenswert.

»No Room For Rockstars« (USA 2012; R: Parris Patton; SideOneDummy / Cargo)