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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

Die Abenteuer von Tim und Struppi

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Wie immer mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.
Geschrieben am
Die Abenteuer von Tim und Struppi
R: Steven Spielberg
Comicverfilmungen sind ein dorniges Gestrüpp, und mit Lieblingsprojekten muss man auch sehr vorsichtig sein. Unlängst erst verhunzte Frank Miller „The Spirit“ im großen Stil, obwohl dessen Autor das Projekt vor seinem Tod noch abgesegnet hatte. Auch Steven Spielberg und Hergé sollen angeblich vom jeweils anderen begeistert gewesen sein, während die beiden Fangruppen vor allem die Skepsis eint. Zu Recht. „Tim und Struppi“ war bereits ein Comicklassiker, als Steven Spielberg noch Filme über Haie drehte, und seine Leser verstehen in der Regel keinen Spaß mit ihren geliebten Helden.

Diese Filmversion wirkt schon rein optisch sehr puppenhaft und kühl, denn auch wenn das Performance-Capture-Verfahren die berühmten Fortschritte gemacht hat, stellt sich die Sinnfrage immer noch prinzipiell. Auch die Story ist alles andere als vorlagengetreu: gleich drei Bände wurden für diesen Film zusammengeschrieben, Professor Bienlein musste trotzdem draußen bleiben. Der Akzent liegt sowieso vor allem auf den actionlastigen Elementen der Comics, da darf Kapitän Haddock auch schon mal eine Panzerfaust zücken. Für unbelastete Zuschauer im Schulalter ist das womöglich eine feine Sache, wer mit den Bildergeschichten aufgewachsen ist, vermisst große Teile des zeitlosen Charmes.


The Future
R: Miranda July; D: Miranda July, Hamish Linklater, David Warshofsky etc.
Mit 40 endet das Leben in den Grenzen der Coolness, befürchten die zwei Hauptfiguren in „The Future“. Da kann man genauso gut eine Katze aus dem Tierheim holen und das Internet kündigen, um zurück zum Selbst zu finden - auch wenn das den „Partner“ nicht unbedingt mit einschließt. Miranda July gilt seit ihren Buch-, Platten- und Filmerfolgen als quirlige Querdenkerin für die Hipster-Generation, die mit ihrer harmlos-eigenwilligen Ästhetik zur Kindergärtnerin der Herzen geworden ist. „The Future“ ist allerdings zuviel des Guten: July und ihr Kollege bewegen sich durch ihre American Apparel-Welt wie zwei Autisten in Zeitlupe, die ihre philosophischen Eingebungen vom Teleprompter ablesen. Was früher witzig war, klingt hier plötzlich ziemlich altklug, und die Idee mit der Erzählung aus Katzenperspektive ist sogar extra nervig. Lieber stattdessen „Adventure Time with Finn & Jake“ gucken.


Underwater Love – A Pink Musical
R: Shinji Imaoka; D: Sawa Masaki, Yoshiro Umezawa, Ai Narita etc.
In Japan gibt es angeblich ein ganzes Softporn-Genre mit Fantasyfiguren als Hauptdarstellern, jetzt gibt es auch hier einen Brückenkopf: „Underwater Love“ ist ein farbüberladenes, wirres und übersteuertes Amateur-Musical mit allerhand skurriler Sex-Szenen, die in etwa so erotisch daherkommen wie Stereo Total-Videos. Die liefern passenderweise auch den Soundtrack, eine Kombination, die schnell klar macht wohin die Reise geht. Bis man nämlich irgendwann zur Mitte des Films hin erschöpft aufgibt und alles über sich ergehen lässt wie einen eingebildeten Pudelangriff, freut man sich an der Gewissheit so etwas noch nicht gesehen zu haben. Die Story dreht sich leicht betrunken um eine junge Braut, der ihr ehemaliger Liebhaber als Schildkrötenchimäre erscheint und pimpern will – insgesamt ein sehr vernünftiger Plot. Noch witziger ist allerdings die Vorstellung eines Sneak Preview-Publikums, das „Transformers“ erwartet und dann diesen Film vorgesetzt bekommt.

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