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und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

Tron: Legacy

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.
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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Tron: Legacy (Foto)
R: Joseph Kosinski; D: Jeff Bridges, Olivia Wilde, Garrett Hedlund etc.
Der Original-"Tron" war 1982 einer der ersten Computereffekt-gestützten Actionfilme überhaupt, der bei Mitgliedern der dazugehörigen Generation immer noch hoch im Kurs steht. An der Story kann das nicht gelegen haben, denn die wird ganz schnell und beiläufig zur Nebensächlichkeit erklärt.

In dieser Beziehung ist "Tron: Legacy" eine echte Hommage geworden, und auch die Spezialeffekte sind mal wieder ihrer Zeit voraus. So lange Daft Punk ihren Retro-Electro dazu spielen fühlt sich der Film dann auch an wie eine Runde Egoshooter in einem geisterfahrenden Großraumtaxi; es sind die stilleren Momente, die nachhaltig anöden. Wie interessant kann eine Geschichte über einen im virtuellen Raum verschollenen EDV-Entwickler schon sein? "Tron: Legacy" ist ein Film, den man nicht auf der zum Kinobesuch erforderlichen Bewusstseinsebene genießen kann. Vielmehr präsentieren sich die überlangen Minuten als eine Art zwanghaften Rausch, bei dem man regelmäßig vergeblich nach dem Joystick greift.  



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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Hereafter - Das Leben danach
R: Clint Eastwood; D: Matt Damon, Cécile De France, Bryce Dallas Howard etc.
Vladimir Nabokov verwahrte sich einst gegen die Idee des Nachlebens, und zwar wegen des schrecklichen Mangels an Privatsphäre. Man muss auch kein Agnostiker sein, um vom Gedanken an das Jenseits genervt zu werden, gerade wenn die Esoterikfraktion mal wieder aufrüstet. "Hereafter" spielt in diesen Niederungen des Glaubens, in denen Geister und Engel tätig werden, um Einzelschicksale zu ändern. Matt Damon als spirituelles Medium hat eigentlich genug von diesem Zauber, Cécile De France als Journalistin kommt gerade erst auf den Geschmack. Der Film verwebt drei zunächst separate Erzählungen zu einem Ganzen, das wohl die Kraft unserer Hoffungen und Wünsche illustrieren soll. Handwerklich ist das auch alles fein ausgebaut, inhaltlich überwiegt ein Gefühl der Leere, das angesichts des eigenen Ablebens natürlich auch tröstlich sein kann.



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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Brothers
R: Jim Sheridan; D: Jake Gyllenhaal, Tobey Maguire, Natalie Portman etc.
Die Nachricht vom Tod ihres Mannes in Afghanistan macht Grace (Natalie Portman) zur Soldatenwitwe, die zunächst nur widerwillig den Beistand von Tommy (Jake Gyllenhaal) akzeptiert. Der ist der Bruder des Gefallenen und als Taugenichts verschrien, bis er mit der Zeit häusliches Talent entwickelt. Dann jedoch kommt der Totgeglaubte doch noch nach Hause und verkompliziert die Situation immens. "Brothers" ist das Remake des gleichnamigen dänischen Films von 2005, der ein beachtliches emotionales Pfund aufbrachte und den Krieg sozusagen an die Haustür verlegte. Auch diese Version profitiert enorm von einer Besetzung, die sich in das dankbare Material verbeißt und sich an Gewissensfragen abarbeitet, die sich kein Mensch in dieser Form stellen sollte. Entsprechend unangenehm ist der Film. Aber eben auch spannend.



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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Another Year
R: Mike Leigh; D: Jim Broadbent, Ruth Sheen, Lesley Manville etc.
Mike Leigh als Regisseur steht für einen unbestechlichen Realismus, der seinen oft schroffen Charakteren eine lebenstüchtige Würde verleiht, wie sie auf der Straße eher selten anzutreffen ist. Sein neuer Film dreht sich um ein in Liebe ergrautes Ehepaar, das quasi nebenberuflich als Anlaufstation für diverse nachbarschaftliche Probleme fungiert. Tom und Gerri sind weder altklug noch aufdringlich, sondern verschmelzen auf eine rührende Art mit ihrem Haus und ihrem Garten, was sie zu guten Argumenten für die Menschlichkeit macht. An traditionellen Entwicklungen und Auflösungen ist der Film auch nicht in dem Maße interessiert, so dass "Another Year" als warmherziger Schnappschuss einer ausgesprochen lebensechten Vorortidylle seinen Heimvorteil ausspielen kann.   



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