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und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

Nowhere Boy

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.
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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Nowhere Boy (Bild)
R: Sam Taylor Wood; D: Aaron Johnson, Kristin Scott Thomas, Anne-Marie Duff etc.
Bevor John Lennon zum Sänger der größten Band aller Zeiten wurde, war ein emotional labiler Jugendlicher mit Zorn im Herzen und Ängsten im Kopf. Basierend auf den Memoiren seiner Halbschwester Julia Baird inszeniert Regie-Debütantin Sam Taylor Wood nun eine verblüffend glaubwürdige Fiktionalisierung seiner Jugend, die vor allen Dingen ein akkurates Abbild der britischen Nachkriegsgesellschaft heraufbeschwört.

Hin und hergerissen zwischen seiner Tough Love-Tante und seiner jugendlich unvernünftigen Mutter gedeiht Lennon unter den Augen des Publikums zum notorischen Rebellen, der nur durch Rock'n'Roll oder Yoko Ono zu bändigen ist. "Nowhere Boy" nimmt sich seine Freiheiten, wo er sie kriegen kann, und wird gerade dadurch zum vernünftigen Porträt einer vielschichtigen Persönlichkeit, die Ruhm und Geld noch vor sich hat, sich aber schon mit deren Konsequenzen beschäftigt. Das dürfte nicht nur für Beatles-Fans interessant sein.



Auf der nächsten Seite: Ein Mann von Welt

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Ein Mann von Welt
R: Hans Petter Moland; D: Stellan Skarsgard, Bjorn Floberg, Jorunn Kjellsby etc.
Die Kombination weiches Herz und weiche Birne wird erst so richtig problematisch, wenn man im Gangstergewerbe unterwegs ist und es nicht besser weiß. So wie Ulrik, der nach zwölf Jahren Haft immer noch keinen Plan aber ganz sicher die falschen Freunden hat. "Ein Mann von Welt" wird wahrscheinlich einmal als feinste Leistung von Lieblingsdarsteller Stellan Skarsgard in die skandinavische Schwarzhumorgeschichte eingehen, aber auch so ist der Film ein sympathisches Muss mit skurrilen Zwischentönen. Was beginnt wie eine retrosexy ausstaffierte Freakshow endet nämlich als warmherziges Wintermärchen, das ganz nebenbei die wahrscheinlich originellsten Sexszenen des jungen Jahrhunderts zu bieten hat. Applaus!



Auf der nächsten Seite: Monsters

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden. Heute mit unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Monsters
R: Gareth Edwards; D: Whitney Able, Scott McNairy etc.
Dass Weniger durchaus mehr sein kann, sollten sich vor allem jene Filmschaffenden hinter die Ohren schreiben, die partout im Horrorgenre arbeiten möchten. Gareth Edwards' "Monsters" geht hier mit gutem Beispiel voran und entwirft trotz seines Minimalbudgets eine ominös realistische Parallelwelt, in der außerirdische Riesenkraken einen Großteil von Mexiko unter ihre Kontrolle gebracht haben. Ein latent arrogantes Amipärchen wählt aus der Not heraus den Fußweg durch die Zone und begegnet nicht nur den überdimensionierten Weichtieren, sondern auch sich selbst. "Monsters" ist wortkarg, effizient und ernst wie ein Emo-Sampler und führt sein Popcorn-Publikum ganz beiläufig an eine offensichtliche Parabel zur US-Außenpolitik heran, der man sich wahrscheinlich nicht mal per Hirnoperation entziehen kann. Wozu auch, denn darüber hinaus ist der Film altmodisch spannend und visuell ansprechend gemacht, was seit den Körperfressen und den Triffids ja immer gut kommt.



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