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Ein echter Vogel

Tribute: Quentin Dupieux

Quentin Dupieux ist Mr. Oizo. Das kommt von »Oiseau«, dem französischen Wort für »Vogel«, und könnte treffender kaum sein. Zeit für ein paar Worte der Huldigung an den, der am schönsten auf die Regeln der Kunst pfeift.
Geschrieben am
Wer kennt sie nicht, die headbangende gelbe Stoffpuppe mit Fön-Fetisch und Schmacht auf Wiener Würstchen? Und wer hat ihn nicht noch im Ohr, diesen Bass-Loop für die Ewigkeit? Im Jahre 1999 stürmte ein gewisser Mr. Oizo nicht nur mit »Flat Beat« die Single-Charts, sondern stellte auch das Werbeimage einer Jeansmarke zeitweilig auf den Kopf. Immer präsent und mitursächlich: eingangs beschriebener Stoffkamerad »Flat Eric«. Der Mann hinter diesem und noch so einigem weiteren Blödsinn heißt Quentin Dupieux und macht am allerliebsten Filme. Wenn er also nicht gerade wieder die French-House-Szene beackert, sich durch die Weltgeschichte remixt oder L.A. unter Strom setzt, verwurstet Dupieux seine kruden Ideen am Set – vorzugsweise alle auf einmal.

Die Soundtracks macht er natürlich auch selbst. Man ist schließlich nicht umsonst Produzent. So lief es auch bei »Rubber«, einem Film über einen mord(s)lustigen, telekinetisch begabten Autoreifen, der nach der Verbrennung seiner Liebsten Rache an der Menschheit zu üben gedenkt – um nur eine Absurdität anzuführen. Den Durchbruchs-Irrwitz hat der herrlich hirnverbrannte Storyteller mit ins neue Jahrtausend genommen und auf neue Weiden getrieben. Auch in seinem jüngsten Film bleibt Dupieux alles andere als auf dem Teppich. Zum Glück: Ein Filmdebütant jagt den perfekten Horror-Schrei, fleischfressende Fernseher gehen um, und aus den Eingeweiden toter Wildschweine werden schräge VHS-Videos geborgen. Ergibt alles keinen Sinn, bis plötzlich ... ach, nein, doch nicht. Wer Dupieux einen Surrealisten nennt, hat höchstens die Hälfte kapiert. So oder so: Schon dem bloßen Vorhaben, Filme wie diese anzugehen, gebührt allerhöchster Respekt. Oizo ist und bleibt eben ein echter Vogel – nie avantgarde, aber bis auf Weiteres ohnegleichen.

- Intro empfiehlt: »Reality« auf DVD und Blu-ray via Alamode 

Quentin Dupieux

Reality

Release: 30.11.2015

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