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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Käfer im Stresstest

»Thumper«

Stundenlange Sessions an Plastikgitarren, Muskelkater und die Gewissheit, dass dir »Macarena« in der 16. Wiederholung den letzten Funken Würde raubt – so dürften sich die meisten an ihre Erfahrungen mit Musikspielen erinnern. »Thumper« bietet einen radikalen Gegenentwurf.  
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Es wundert nicht, dass die Entwickler von »Thumper« ihr Spiel als »Rhythm Violence« bezeichnen, statt sich herkömmlicher Genre-Bezeichnungen zu bedienen. Schon in der ersten Session erinnert das ungewöhnliche Virtual-Reality-Erlebnis an einen bösen Kater oder den Tunnelblick nach der Einnahme gewisser chemischer Substanzen. Das Spielprinzip könnte man als eine psychedelische Abfahrt beschreiben, die in bestimmten Momenten gewisse Reaktionen am Controller erfordert und so Töne erzeugt. Der gut getimte Abschuss von Farbblöcken und präzises Gegensteuern in den Kurven sichern das Überleben – sonst zerschellt das Alter-Ego in Form eines silbernen Käfers in tausend Scherben.

Programmierer und Designer Marc Flury sowie Brian Gibson (Bassist bei Lightning Bolt) erwähnen als Inspirationsquelle gerne »2001 – A Space Odyssey« und wenn man diesen Film als eine Kette von falschen und richtigen Entscheidungen sieht, dann passt dieses Bild ungemein. »Thumper« entwickelt seinen irritierenden Reiz aus der Tatsache, dass es dem Spieler selbst auferlegt, wann und in welchem Rhythmus er ein Risiko eingehen möchte und wann nicht. Gerade als VR-Erfahrung wird dieser Stresstest zu einem extrem persönlichen Erlebnis – das mit Musik allerdings nur am Rande zu tun hat.
»Thumper« für Playstation VR, Playstation 4, PC (Drool)