×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

The Town

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.
Geschrieben am
Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

The Town
(Foto)
R: Ben Affleck; D: Ben Affleck, Rebecca Hall, Blake Lively, John Hamm etc.
Alle haben Ben Affleck ausgelacht, als er mit Filmen wie „Gigli“ oder „Daredevil“ einst die Innung beschämte. Seit der Schauspieler ins Regiefach gewechselt ist und mit „Gone Baby Gone“ einen ebenso komplexen wie eleganten Thriller ablieferte, lacht niemand mehr. „The Town“ stößt aufgrund der großen Nachfrage ins selbe Horn, und das kräftig: Vier maskierte Bankräuber hegen den Verdacht, dass eins ihrer Opfer eventuell Aussagen zu ihrer Identität machen könnte und beschließen, sich die Bankangestellte noch einmal vorzunehmen. Nachdem sich ihr Anführer für die sanfte Tour entschieden hat, kommt es zu ungeahnten Komplikationen. „The Town“ ist ein feudal ausgestatteter Hochglanzthriller, der aus einer glaubwürdig gewalttätigen Atmosphäre heraus Spannung für Erwachsene macht. Charaktere und Konflikte stehen dabei gleichberechtigt neben Action und Krawall, und der ästhetische Traditionalismus bedeutet auch nur, dass anspruchsvoll-muskulöse Gangsterfilme heute ziemlich selten geworden sind.



Auf der nächsten Seite: Bis aufs Blut...

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Bis aufs Blut
R: Oliver Kienle; D: Jacob Matschenz, Burak Yigit, Simone Thomalla etc.
Wobei: diese Filmschulen-Abschlussarbeit geht dermaßen rasant und schnittig zu Werke, dass einem um den Nachwuchs nicht bang ist. Schon der Titel suggeriert, dass es hier wohl nicht ums Briefmarkensammeln geht (wobei... das wär auch mal was!), sondern um konkret krasses Frankfurter Kriminellenmilieu. In das nämlich ist Problemkind Tommy abgerutscht, der den Gangsterrap-Lifestyle auch nach einem unschönen Knastaufenthalt noch ziemlich ernst nimmt. Zwischen neuen Zielen und alten Loyalitäten hin und hergerissen, muss Tommy bald eine Entscheidung treffen, auf die ihn seine kitschigen Rollenmodelle nur ungenügend vorbereitet haben. Auch wenn „Bis aufs Blut“ in vielerlei Hinsicht nur etablierte Muster variiert, wohnt dem Film eine unbestreitbare Wucht inne, die auf intime Kenntnis des Themas und filmisches Können schließen lässt. Im Gegensatz zu lachhaftem Ochsenknecht-Quatsch wie „Gangs“ hat „Bis aufs Blut“ auch noch einen Hiphop-Soundtrack zum Widererkennen.



Auf der nächsten Seite: Fish Tank...

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Fish Tank
R: Andrea Arnold; D: Katie Jarvis, Michael Fassbender, Harry Treadaway etc.
Eine andere Seite derselben Medaille gibt es in „Fish Tank“ zu bestaunen. Auch die 15-jährige Mia muss sich am Rande der Gesellschaft in ihrer trostlosen Wohnsiedlung beweisen. Habituelle Selbstbetäubung und Gewalt sind auch hier allgegenwärtig, und die emotionale Vernachlässigung daheim ist dramatisch. Vorübergehenden Trost findet Mia beim Tanzen und bei Connor, dem Bums-Treffer ihrer Mutter, der ein auffälliges Interesse an dem Mädchen zeigt. „Fish Tank“ ist klassisches britisches Elendskino ohne Überheblichkeit und falsche Scheu, das seine Hauptfigur trotz schwerer Vermittelbarkeit zur unwahrscheinlichen Sympathiefigur werden lässt. Katie Jarvis ist in ihrer Rolle eh ein Naturerlebnis, die zwischen Film und Publikum erst gar keine Distanz aufkommen lässt.



Auf der nächsten Seite: Dinner für Spinner...

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Dinner für Spinner
R: Jay Roach; D: Steve Carell, Paul Rudd, Zach Galifianakis etc.
Süße Idee: Um sich für die höheren Karriereweihen der Yuppiewelt zu empfehlen, muss man an einem Sadisten-Dinner teilnehmen und mit Begleitung kommen. Und wer dabei den durchgeknalltesten und mitleiderregendsten Vollzeit-Trottel anschleppt, bekommt das Eck-Büro und die silberne Brosche. „Dinner for Schmucks“ (OT) ist einer jener Filme, deren Bösartigkeiten man eigentlich viel mehr schätzt als die absehbare Toleranzbotschaft am Ende. Den Schauspielern geht es sichtlich genauso, und deshalb spräche eigentlich gar nichts dagegen, Rudd und Carell das nächste Mal so richtig von der Leine zu lassen. So köchelt das Remake des gleichnamigen Franzosen die meiste Zeit auf unnötig kleiner Flamme vor sich hin, während sich in den Gehirnen der Zuschauer die phantastischsten Erniedrigungsphantasien abspielen.



Mehr zum Thema Film, Kino und neue Trailer unter www.intro.de/film.

Außerdem auf intro.de: Auf welche Filme freut ihr euch? Diskutiert darüber im Forum.