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Was macht "The Spirit" in "Sin City"?

The Spirit - Meine Stadt schreit

Kein Geringerer als Frank Miller hat Will Eisners legendären Comic-Helden nach "Sin City" transportiert.
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Kein Geringerer als Frank Miller hat Will Eisners legendären Comic-Helden nach "Sin City" transportiert. Der Erfinder der Graphic Novel spielte in der Vorlage mit den Genres von Krimi bis Lovestory. Bei Miller spielt die Farbe Rot die Hauptrolle.

"Entschuldigen Sie bitte die Verzögerung, aber wir warten noch auf die Journalisten, die mit dem Shuttle von der 'Baader Meinhof'-Vorführung kommen." Großartig. Was für eine unfreiwillig absurde Situation, die sich bei der "The Spirit"-Pressevorführung einstellte, denn die verspäteten Journalisten tauchten kurzerhand in zwei Filmwelten ein, die diverser kaum sein könnten und dennoch eine gemeinsame Schnittmenge haben - allerdings ist die Gewalt in der Comicvorlage von Will Eisner fiktiv. Eisner hat in "The Spirit" die Blaupausen wahnsinniger Wissenschaftler und exotischer Ganoven vorgelegt, wie man sie aus diversen Superhelden-Comics und James-Bond-Filmen kennt. Die Superschurken streben nicht einzig nach Reichtum, sie wollen vor allem die politische Macht an sich reißen. Ihnen ist jedes Mittel recht. An ihrer Seite stehen äußerst attraktive Frauen, die eine doppelte sexuelle Anziehung auf unseren Helden ausüben, da er sie sowohl körperlich begehrt als auch moralisch verwerflich findet.
Frank Miller hat, basierend auf dem legendären Comicstrip "The Spirit", das Drehbuch geschrieben.

Der Comiczeichner, der mit "The Dark Knight Returns" in den 80er-Jahren das Batman-Revival einläutete, sammelte erste Erfahrungen im Filmbusiness bei der Adaption seiner Comics "300" und "Sin City", nun hat er auch Regie geführt. Während Will Eisner in seinem Comicstrip doppelbödig mit den Genres Krimi, Comedy, Mystery, Horror und Lovestory spielte und sie virtuos in Szene setzte, konzentriert sich Miller auf Action und Erotik. Und so reihen sich Scarlett Johansson, Sarah Paulson, Jaime King und Eva Mendes in die Riege der Verführerinnen, die unserem armen maskierten Helden gehörig den Kopf verdrehen. Zudem taucht Miller die farbige Welt des Comicstrips in ein bedrohlich urbanes Schwarz-Weiß-Szenario, wie man es bereits aus "Sin City" kennt. Auch wenn Miller betont, dass er eine neue, aktuelle Version von "The Spirit" geschaffen habe, so wird dies einzig bei dem Mobiltelefon und den Chucks des Protagonisten offensichtlich. Denn im Grunde hat Miller "The Spirit" einfach in die ach so düstere Welt von "Sin City" transferiert. Und die Farbe Rot setzt der inzwischen in die Jahre gekommene Miller sehr punktiert und eindeutig zweideutig ein. Sowohl bei den Lippen der verführerischen Ladys als auch beim Schlips des Helden.


The Spirit - Meine Stadt schreit (USA 2008; R: Frank Miller; D: Gabriel Macht, Scarlett Johansson, Jaime King, Eva Mendes, Samuel L. Jackson; 29.01.09)