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und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

The Social Network

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.
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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

The Social Network (Foto)
R: David Fincher; D: Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Justin Timberlake etc.
Jüngeren Generationen kann man womöglich schon gar nicht mehr vermitteln, wie unheimlich die Selbstdarstellung per Internet auch dann ist, wenn sich niemand vor seiner Webcam auszieht oder mit einem Amoklauf droht. Sehr passend also, dass sich David Finchers "Social Network" gar nicht mal für die Abgründe interessiert, die Facebook und Co so aufdecken, sondern mit einer Quasi-Biographie eines ihrer Gründer praktisch dasselbe sagt.

Mark Zuckerberg ist ein kontaktgeschädigter Supernerd, dem die Idee des sozialen Netzwerks eher zufällig über den Horizont seines Wahnsinns flimmert. Beim Versuch seine revolutionäre Idee zu Geld zu machen, läuft er dann genau den Typen über den Weg, die man sowieso schon mit durchtriebenen Geschäftspraktiken assoziiert. In vielerlei Hinsicht lässt sich der Film dabei durchaus mit Neo-Sleaze à la "Eiskalte Engel" vergleichen, doch die Wollust, mit der hier süffisant-niederträchtige Dialoge vom Stapel gelassen werden, verweist dann doch auf eine andere Liga. Schön unsympathisch. 
 


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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

The Road

R: John Hillcoat; D: Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Charlize Theron etc.
Angesichts der ganzen Weltuntergangs- und Katastrophenfilme, die nur als Actionspektakel und Moralkeule konzipiert sind, kann das Ende der Zivilisation eigentlich gar nicht früh genug kommen. „The Road“ allerdings interessiert sich genau wie die Buchvorlage von Cormac McCarthy eher für das, was nach der Apokalypse passiert, und das, so viel sei verraten, ist kein schöner Anblick. Im Wesentlichen handelt der Film nämlich von der richtungslosen Odyssee zweier verdreckter Menschen durch ein entvölkertes Amerika, das aussieht wie Mad Max Unplugged und ganz ohne Tina Turner auskommt. Erhellende Botschaften und ein Happy End sucht man da vergebens, aber dafür gibt es eben minimalistische Spannung und ein realistisches Bild vom Tag danach. Dass man sich zur Not noch an den Spielfilmstrukturen orientieren kann, sorgt für ein wenig Gemütlichkeit im Kinosaal, das Buch ist da nämlich noch düsterer. 



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Im Schatten
R: Thomas Arslan; D: Misel Maticevic, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm etc.
Als Berufsverbrecher Trojan aus dem Knast entlassen wird, möchte er sich am liebsten wieder ganz schnell seinem Job widmen. Doch so ein Raubüberfall ist auch nicht immer einfach, und Trojan arbeitet in einer Branche, bei der alle Beteiligten traditionell ein langes Gedächtnis haben. Dass man sich bei der Berliner Schule auf lange Einstellungen und viel Nichtgesagtes einstellen muss, ist nicht weiter schlimm und bei Filmen wie "Yella" sogar ziemlich super. Leider bietet sich dieser Zugang eher für modernen Grusel oder bürgerliche Psychogramme an und weniger für die Verfilmung von kühlen Krimis. Es wäre zwar nicht das erste Mal, dass jemand filmisch auf den fragwürdigen Profi-Glamour der Unterwelt hereinfällt, doch die Grenze zur Parodie ist nun mal besonders dünn, wo Gangster nicht viel reden und stattdessen immer bedeutungsschwer dreinblicken. Schöne Bilder, aber das falsche Gefühl.



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Wie durch ein Wunder
R: Burr Steers; D: Zac Efron, Charlie Tahan, Amanda Crew etc.
"Death ain't no way to make a living" hieß es in "The Frighteners", doch gerade was süßliche Romanzen angeht, finanziert der tragische Tod bis auf weiteres ganze Karrieren. Die Story hinter "Charlie St. Cloud" (OT) ist da schon große Klasse: Ein reicher junger Segler verliert seinen kleinen Bruder per Unfalltod und kommuniziert seitdem mit dessen Geist. Die Karriere ist währenddessen on hold, bis er eine schöne Kollegin trifft. "Wie durch ein Wunder" ist in jeder Beziehung ein Vollkontakt-Schmachtfetzen, der selbst (oder gerade) das misanthropische Publikum durch ein paar spezielle Ingredienzien überrumpelt. Wen die ungewöhnlich zurechnungsfähige Darstellung von Teenie-Throb Zac Efron nämlich nicht rumkriegt, kann sich immer noch an bernsteinfarbenen Luxus-Einstellungen freuen, die Dolph Lundgren ohne weiteres in Rosamunde Pilcher verwandeln könnten


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