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Kein Anlass zur Kriegserklärung

»The Interview«

War der Rummel um »The Interview« ein cleverer Publicity-Stunt? An der offiziellen Variante, dass nordkoreanische Hacker verhindern sollten, dass »The Interview« in die Kinos kommt, darf gezweifelt werden.
Geschrieben am
Immerhin konnte man den Film zwischenzeitlich auch in den Staaten auf Video-on-Demand-Plattformen sehen, nachdem Sony ursprünglich sämtliche Distributionspläne begraben hatte, und in Deutschland startet er nun wie geplant. Bleibt die Frage: Was hat es mit der Sprengkraft der politischen Satire des Kreativ-Duos Evan Goldberg (»Superbad«) und Seth Rogen auf sich? Nun, das nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Jong-un (Randall Park) kommt wahrlich nicht gut weg und wird als weinerliches Papasöhnchen vorgeführt.

Die Amerikaner machen keine wesentlich bessere Figur. Der Talk-Show-Moderator Dave Skylark (James Franco) und sein Produzent Aaron Rapaport (Seth Rogen) betreiben ein seichtes Format für den Massengeschmack, das für die absurdesten Momente des Films sorgt, etwa durch den Auftritt von Eminem. Als sich herausstellt, dass das nordkoreanische Staatsoberhaupt Fan der Sendung ist, arrangieren die beiden ein Interview und erhalten daraufhin vom Geheimdienst den Auftrag, den Diktator zur Strecke zu bringen. Bei der Ausführung stellen sie sich jedoch reichlich dämlich an. Kein Anlass also für eine Kriegserklärung. Dafür fehlt es der Komödie an Biss. Stattdessen gibt es reichlich Fäkalhumor und Pimmelwitzchen. Unterm Strich lebt »The Interview« von der Chemie der Hauptdarsteller.
– »The Interview« (USA 2014; R: Evan Goldberg, Seth Rogen; D: James Franco, Seth Rogan, Randall Park; Kinostart: 05.02.)