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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Etwas ist laut im Staate Dänemark

»Sumé – The Sound Of A Revolution«

Doku über eine Rock-Band, die bei den Grönländern in den 1970ern Heimatgefühle und ein hohes Maß an Fan-Identifikation auslöste.
Geschrieben am
Grönland hat ungefähr 50.000 Einwohner. Angeblich besitzt rund ein Fünftel davon eine Platte der Rockband Sumé. Deren großer Erfolg hängt damit zusammen, dass die Musiker ihr erstes Album 1972 in ihrer Muttersprache einsangen und damit einem nationalen Selbstbewusstsein auf die Beine halfen, das sich bis dahin von der dänischen Zentralregierung gegängelt gefühlt hatte. Passend dazu zeigte das Cover ihrer ersten LP die Zeichnung eines Grönländers, der gerade einen Wikinger erlegt hat – ein Motiv, nach dem sich Slayer heute die Finger lecken würden. Die Unabhängigkeitsbestrebungen in Grönland, so weiß dieser charmante Dokumentarfilm zu berichten, koinzidierten nicht nur mit ähnlichen Bewegungen weltweit, sondern waren auch eine Domäne der Jugend, was sich nicht zuletzt in der Musik selbst niederschlug. Sumé spielten eine robuste Variante vom damals angesagten Psychedelic Rock, lange Haare und bunte Hemden waren Ehrensache. Aufschlussreicher als die Archivaufnahmen und die Interviews mit den Musikern sind womöglich die O-Töne ihrer alt gewordenen Fans: Die Erkenntnis, dass eine Rockband einen so großen Teil der eigenen Identität ausmachen kann, kommt einem aus heutiger Sicht beneidenswert und frivol zugleich vor. Gerade, weil sie den Protagonisten eine solche Verantwortung aufbürdet.

Inuk Silis Høegh

Sumé - The Soundtrack of a Revolution

Release: 01.06.2016

— »Sumé – The Sound Of A Revolution« (GL/DK/N 2014; R: Inuk Silis Hoegh; VÖ 27.05.16; Mindjazz)