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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Teenage Murmeltier

So ist »Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie«

Adoleszenz als Albtraum. Ihr Leben ist schon schlimm genug, da erlebt Samantha denselben beschissenen Tag immer wieder.
Geschrieben am
Endlich ein sehenswerter Film für Teenager und »im Herzen Junggebliebene«, der keine Dystopie ist, sondern ein Drama, das seine Heldin lehrt, ihr Seelenheil nicht in der (heteronormativen) Liebe zu suchen, sondern in gelebter Sisterhood. Regisseurin Ry Russo-Young und Drehbuchautorin Maria Maggenti gelingt ein Mainstream-kompatibler Wurf, der junge Frauen wirklich berührt. »Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie« greift den Grundgedanken des Filmklassikers »Und täglich grüßt das Murmeltier« auf, hat aber eher eine morbid-melancholische Grundstimmung à la »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« mit einem Schuss Teenage-Angst, der an »Carrie« denken lässt. Samantha – mit der fragilen Präsenz einer Julianne Moore verkörpert von Zoey Deutch – und ihre normal verkorksten Alphafreundinnen haben auf dem Heimweg von einer unschönen Party einen tödlichen Autounfall. Doch am nächsten Tag ist wieder der 12. Februar, und Sam wacht erneut in ihrem Bett auf. Fortan ist sie dazu verdammt, alles wieder und wieder und wieder zu erleben. Ihr albtraumhafter Selbstfindungstrip endet erst, als sie ihrer jugendlichen Ego-Hölle entkommt und zwei Dinge begreift: Ihr Schicksal ist mit dem anderer Menschen verbunden, und der Mythos von Sisyphos ist keine Geschlechtskrankheit.
— »Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie« (USA 2017; R: Ry Russo-Young; D: Zoey Deutch, Halston Sage; Kinostart: 01.06.17; Wild Bunch)