×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Das letzte Gefecht

So ist »Logan – The Wolverine«

Wie erzählt man das letzte Kapitel einer der wichtigsten Comic-Figuren? James Mangold und die Produzenten hinter »Logan – The Wolverine« beantworten die Frage bravourös. Auch wenn die Antwort mitunter ganz schön weh tut.
Geschrieben am
Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2029 – Wolverine (Hugh Jackman) ist kaum wieder zu erkennen. Zwar ist die Geschichte Logans immer schon von Scheitern und innerer Qual geprägt, von jeher muss er gerettet werden. Sei es von Charles Xavier (Patrick Stewart), von der Liebe oder von seinem Pflichtbewusstsein. Doch diesmal sieht es nicht so aus, als ob Erlösung garantiert sei. Abgewrackt, alt, zermürbt: So kannte man ihn dann doch noch nicht. 

Mitten in El Paso wird sein gerade geleaster Wagen von den Felgen befreit. Doch Logan schläft glücklicherweise im Auto, wacht auf und … braucht einige Momente, um auf die Beine zu kommen. Nichts ist mehr übrig von dieser vitalen, starken Macht. Man sieht seine Füße, wie sie einige Zeit brauchen, um festen Stand zu finden. Zwar endet die erste Szene, wie man es von einem Wolverine-Film erwartet. Aber der Held strauchelt von der ersten Sekunde an. James Mangold, der bereits den Vorgänger »Weg des Kriegers« inszenierte, schafft es von der ersten Sekunde an, einen »Nicht-Superhelden« darzustellen. Versoffen und voll gepumpt mit Schmerz- oder Schlafmitteln, umgibt diesen Wolverine kein Glanz mehr. Als Uber-Fahrer in einer Limousine transportiert er Junggesellenabschiede und abgehalfterte Geschäftsleute. Auf einer alten Industriebrache hinter der mexikanischen Grenze lebt er – so weit man davon reden kann – mit dem Mutanten Caliban und dem mittlerweile 90jährigen Xavier.

Alles schmerzt an diesem Film. Der Zerfall ist allgegenwärtig. Hier Staub, da der fast senile Professor X. Während der Vorgänger ein Eastern war, kommt »Logan« als Western daher. Zwischen Steppe und Wüste kommen neue Chancen und Gefahren auf Wolverine zu. Nie war ein »X-Men«-Film härter, trockener oder spröder. Alles untermalt das letzte Gefecht, das der dunkelste aller X-Men zu kämpfen hat. Doch Marvel-like gibt es irgendwie immer noch Hoffnung.
»Logan – The Wolverine«
USA 2017 
R: James Mangold; D: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen; Kinostart: 02. März 2017; Fox