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Der »Breaking Bad«-Blog: »Ozymandias«

Schutt und Asche

Das Serien-Finale von »Breaking Bad« läuft, Intro und Watchever gucken mit. Dieses Mal: Say Goodbye to Everyone.
Geschrieben am

Wo anfangen bei einer Folge, die kurz nach der Ausstrahlung überall im Netz frenetisch als beste Folge in der gesamten Geschichte »Breaking Bads« abgefeiert wurde? Vielleicht mit dem Einstieg. »The reaction has begun« klärt Walt im Flashback zu Beginn einen ihm noch wohlgesinnten Jesse über die möglichen Gefahren einer exothermen Reaktion während der Meth-Produktion auf. Ganz in seinem Element warnt er seinen desinteressierten Zögling vor einer chemischen Reaktion, bei der große Mengen an Energien frei und in Form von Wärme an die Umgebung abgegeben werden. Für den einst gefürchteten Drogenbaron kommt diese Erkenntnis in der Gegenwart freilich zu spät. Der blutige Showdown in der Wüste macht aus den DEA-Agenten und der Cliffhanger-bedingten Erwartungshaltung der Zuschauer kurzen Prozess. »Sorry for your loss« kommentiert der zur Hilfe herbeigeholte Todd –  der in der Folge seinem Spitznamen ›Meth Damon‹ alle Ehre macht – ausdruckslos den Absturz seines am Boden liegenden und wimmernden Vorbilds. Was ist eigentlich das Gegenteil von Deus ex Machina?

Verbrechen und Strafe waren immer die Eckpfeiler im »Breaking Bad«-Universum, doch derart kompromisslos hat man einem König im Fernsehen bisher selten fallen sehen. »Ozymandias« lässt grüßen. So hat sich Heisenberg seinen Ausstieg aus dem Drogen-Imperium sicherlich nicht vorgestellt: Sein Reichtum? Bis auf ein lumpiges Geldfass verloren. Seine Familie? Für immer zerstört (sogar Baby Holly wendet sich mit den ›Mama‹-Rufen schlussendlich gegen ihn). Sein Ziehsohn Jesse? Verraten, zu Brei geschlagen und von den Nazis als Meth-Koch-Sklave gehalten. Das Spiel ist aus, oder um es mit Hanks Worten kurz vor seinem Exodus zu formulieren: »You're the smartest man I ever met but, you're too stupid to see he made up his mind 10 minutes ago.« Vaya con dios, Hank, du warst ein würdiger Endgegner.

 

Keine Beobachtungen diesmal, dafür aber The Limeliters  mit »Take My True Love By The Hand« zum Abschluss der von Rian Johnson bis ins letzte Detail perfekt inszenierten Episode, die zurecht von Serienschöpfer Vince Gilligan zum persönlichen Favoriten auserkoren wurde. Denn soviel ist sicher: Mit der drittletzten Folge »Ozymandias« haben die Macher von »Breaking Bad« TV-Geschichte geschrieben. All hail the king!


»Times are getting hard boy, money's getting scant
Times not getting better boys, gonna leave this place
Take my true love by the hand, lead her through the town
Say goodbye to everyone, goodbye to everyone
Had a job a year ago, had a little home
Now I've got no place to go, guess I'll have to roam«

 

 

Der »Breaking Bad«-Blog wird von dem Film- und Serien-Streaming-Dienst Watchever präsentiert. Dort findet ihr jeden Mittwoch ab 21:00 Uhr die neue Folge von »Breaking Bad«.