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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

mit Scharlau & Volkmann

Rote Augen

Felix Scharlau und Linus Volkmann sind Ende 2014 wohl endgültig die Guns N’ Roses der Spiele-Rezensenten-Zunft: verkracht, erfolglos, und sie haben sich so lang nicht gesehen, dass sie sich nicht mehr wiedererkennen. Aber wie bei Guns N’ Roses auch gilt eben: Kein Grund, nicht dem alten Erfolg hinterherzueifern! Hier ihr Weihnachtsalbum.
Geschrieben am

SingStar: Ultimate Party

Für PS3 und PS4 (Sony)
Linus: Ich bin’s, der Lini! Felix: Wer? Ich kenne Sie nicht. L: Doch, von früher, wir hatten diese schweinstarke Games-Kolumne. [macht Tiergeräusche] F: Ach ja, stimmt, komm rein. Hier, sing mal was in mein Handy. L: [singt] Under my umbrella! Ella! Eh! Eh! Hey, Moment, ich höre meine Stimme aus deinem Fernseher. Bin ich etwa bei »The Voice Of Germany« live drauf? Ja? Smudo, nicht wieder heulen, ich liebe dich! Und ich liebe deine Art, dich als seelenlose Werbefigur zu inszenieren! F: Tut mir leid, das ist nicht ganz Pro7. Das ist das neue »SingStar«. Wenn man kein Mikro hat, kann man jetzt per App auch in sein Handy singen. Second Screen, Alter! L: Ach, du und dein blöder Second Screen. Ist dir noch nie aufgefallen, dass alles Zweite schlecht ist? »Zweites Album«, »aus zweiter Hand« oder natürlich »zweiter Sieger in einem Weltkrieg«. F: Stimmt, hast recht. Das Spiel hat auch seine Fehler, jetzt, wo ich drüber nachdenke. Zum Beispiel heißt es »Party«, aber es gibt den Party-Modus gar nicht mehr. Man kann auch nur noch mit bis zu zwei Spielern singen, und Sony unterstützt Problembär Xavier Naidoo weiter mit Songtantiemen. Jetzt beschließe diese Review aber bitte nicht wieder völlig überzogen mit deinem Gemecker der Wutbürgerziege. L: Hinder mich doch. Zu spät, hier kommt’s: Abzocke!
The Evil Within
Für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Bethesda)
L: Das Spiel wurde ja aktuell hart beworben vor den Folgen der vierten Staffel »The Walking Dead« auf RTL II – und ich habe Gronkh schon bei seinen Let’s-Play-Videos darüber zugeguckt. F: Pfff, wenn dir Gronkh so wichtig ist, dann fick ihn doch. L: Erlaube mal, bist du derselbe Mann, der eben noch um Mäßigung in meiner Ausdrucksweise bat? F: Ich kann mich halt emotional und sprachlich auf Horror-Games einlassen. Das nennen wir Künstler Mimesis. L: Im Spiel geht es auch um unnötige Operationen an Lebenden. Thematisch also eine Mischung aus »Saw« und »Itchy und Scratchy«. Beschreibe auch du es den Zuschauern, Felix. F: Gern. Aktuell schwinge ich gefesselt kopfüber zwischen Leichen. Aus einer davon ziehe ich jetzt ein Messer, um mich loszumachen. So stelle ich mir den perfekten Urlaub vor. L: Horror ist auch für mich vor allem Poesie. F: Ich wurde, während du das sagst, allerdings mehrfach enthauptet. Dazu läuft spooky Musik von einem alten Grammofon. Was für ein schweres Schleich-Spiel – im Deppen-Modus wohlgemerkt. L: Gut gefällt mir, dass du nach zehn Minuten schon humpelst, weil dir eine Motorsäge ins Bein gesägt hat. Allzu lange kann das Spiel ja nicht mehr dauern. F: Quatsch, vorm nächsten Level darf ich mir bestimmt ein neues kaufen. Von den vielen Münzen, die ich im Spiel gesammelt habe. Hier, guck! L: Äh, das sind Backenzähne.
Pac-Man und die Geisterabenteuer
Für WiiU, 3DS, PS3 und Xbox 360 (Namco Bandai)
L: Pac-Man habe ich als Kind sehr gern gespielt – als andere schon längst gewichst haben. F: In meiner Kolumne darf man nicht »gewichst« sagen. L: Ja, wusst ich halt nicht. [...] F: Um das peinliche Schweigen mal zu brechen, sage ich was zum Spiel. L: Au ja! F: Nur weil es wie PS2 aussieht, heißt es nicht, dass es kein PS3-Spiel ist. L: Ist denn nicht schon PS4 die aktuelle Konsole? F: Na, für so Mid-Price-Dinger mit besserer Gameboy-Optik brauchst du halt keine PS4 – und in der Zielgruppe ist da die PS3 noch weit verbreitet. L: Das Pillen-Schlucken und Geister-Sehen gilt in der Hermeneutik übrigens als Kommentar auf die Techno-Szene. F: Pac-Man war doch viel früher. L: Habe ich Hellmuth Karasek ja auch gesagt, aber er hat nur gesabbert. F: Aha? Und weißt du, dass Pac-Man in der Entwicklung noch Puck-Man hieß? Aber die Nähe zu Fuck-Man war zu arg. L: Fuck-Man! Da erinnerst du mich an was. Trete mal eben hinter die Spanische Wand und hör deine Black-Metal-Platten über Kopfhörer. Ich habe einen dringenden, öh, Anruf zu erledigen. F: Nein! Sag lieber, was du vom Spiel denkst. L: Pac-Man als 3D ist super-öde. Womit ich meine: Ich kann mir gut vorstellen, das 20, 30 Stunden am Stück zu spielen. F: Ich weiß, du bist bereits bei Stunde 15. L: Aber ich fühle nichts. 
NHL 15
Für PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (EA)
F: Ich erzähle dir jetzt mal, wie gut ich bei FIFA bin und dass du keine Chance gegen mich hast. Weil: Das Spielprinzip ist hier so ähnlich. L: Warum führe ich denn dann? F: Das ist mir allerdings auch ein Rätsel. Du spielst ja Rasenmäher. Alles gleichzeitig drücken. Lächerlich! L: Und doch kann der dicke kleine David seinen Scharlau in Schach halten. F: Nicht mehr lange. L: Mist! F: Musst halt auch privat mal zum Eishockey. Da erklärt man dir zum Beispiel den Unterschied zwischen Passen und Schießen. L: Zu den Kölner Heiden, oder was? F: Ich glaube, der Name wird anders geschrieben und anders ausgesprochen.
World Of Tanks: Xbox 360 Edition
(Microsoft)
L: So’n Zufall. Hier, guck mal, ich trage gerade das T-Shirt »Ich bin zwei Öltanks!« F: Hast du eigentlich von irgendwas wirklich eine Ahnung, Alter? L: World of Öltanks? F: Tanks sind Panzer, DAS Fortbewegungsmittel der 40er-Jahre. L: Aha? Und hier nun in eine spannende Simulation gepackt. Also, spannend auf dem Level von »Brücken konstruieren« auf Codein. F: In der Tat, hier stand echt nicht »Call Of Duty« Pate. Eher die verfilmte Bauanleitung für eine Miele-Waschmaschine. Aber wer weiß, vielleicht hat sich Unternehmen Barbarossa wirklich so angefühlt? Eintönig? Hätte man früher doch mal die Großeltern mehr ausgefragt, anstatt immer nur über sie zu richten. L: Das Spiel verhöhnt in seiner Komplexität den uralten Menschheitstraum, mit dem Panzer in den Vorgarten seines Chefs zu fahren und abzudrücken. F: Also, für mich ist das kein Traum, sondern Zukunftsmusik.