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Zum 20-jährigen Jubiläum

Wieso »Resident Evil 2« immer noch ein Klassiker ist

Der erste Teil begründete ein neues Genre, der zweite perfektionierte es: Mit »Resident Evil 2« feiert in diesen Tagen eines der wichtigsten Videospiele der Neunziger sein 20-jähriges Jubiläum. (Bild: Capcom)

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Es dauerte gerade mal fünf Minuten, bis zum ersten Mal Panik ausbrach: Länger ließ einem der 1998 von Capcom veröffentlichte Nachfolger von »Resident Evil« nicht Zeit, um mit dem unheilvollen Szenario zu Beginn des Spieles warm zu werden. Dafür wurde man gleich nach Ende der für damalige Verhältnisse sehr beeindruckenden Intro-Sequenz in einer Sackgasse voller Zombies ausgesetzt. Kein Tutorial und auch keine Sekunde, um die Grundlagen der Steuerung anzutesten. Ein Einstieg, der hängen bleibt, würden sich zeitgemäße Videospiele solch einen schroffen Start heute doch kaum noch erlauben. 

»Resident Evil 2« war ein großer kommerzieller Erfolg und verkaufte sich dank der erstklassigen Reputation des Vorgängers weltweit über sechs Millionen Mal. Der 1996 erschienene Vorgänger hatte aus bekannten Versatzstücken etwas relativ Neues erschaffen und die Rätsel-Mechaniken sowie das Item-Management klassischer Point-And-Klick-Adventures mit einem beunruhigend trägen Action-Gameplay im dreidimensionalen Raum kombiniert. Survival-Horror wurde von der eigenartigen Nische zur populären Genre-Ware.

Der noch im gleichen Jahr des ersten Teiles angekündigte Nachfolger wurde auch deshalb so sehnsüchtig erwartet, weil er die nun etablierte Formel zum Quadrat nehmen sollte und von allem mehr Versprach: Umfangreichere Schauplätze, neue Charaktere und eine verbesserte Technik. Eine ordentliche Fallhöhe, die nicht zuletzt zur Folge hatte, dass das Spiel in einem extrem fortgeschrittenen Stadium noch einmal komplett verworfen und gänzlich neu angegangen werden musste. So gleicht es fast einem Wunder, dass das Spiel trotzdem im Januar 1998 erschien und im März dann auch hierzulande zu haben war. Selbst eine Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien im Mai des gleichen Jahres konnte den Erfolg des Titels nicht ausbremsen.


Bild: Capcom

Trotz des (vermeintlich) umfangreicheren Szenarios orientierte sich »Resident Evil 2« erstaunlich streng an der Formel seines Vorgängers. So ist etwa das Raccoon City Police Department, in dem ein Großteil der Handlung spielt, dem Herrenhaus des ersten Teils stellenweise verblüffend ähnlich. Das zeigt sich vor allem durch die Einteilung in zwei Flügel, die jeweils durch ein zentrales Foyer verbunden sind. Von diesem Punkt gehen auch im zweiten Teil des Spiels alle Erkundungen aus, die für die Beschaffung notwendiger Items unausweichlich sind. Ohne entsprechende Schlüssel oder gewisse Items ging es nämlich schnell nicht weiter. In Kombination mit den eingeschränkten Speichermöglichkeiten und chronische Ressourcenknappheit wurde so jeder Streifzug durch den verschachtelten Bau zur Stressprobe, den besonders Wehrhaft war man immer hier wie gewohnt immer noch nicht.

Trotz all diesen Parallelen zu seinem Vorgänger hat »Resident Evil 2« in vielen wesentlichen Aspekten auf den Qualitäten des ersten Teiles aufgebaut: Die Charaktere sind glaubhafter, die Story ist packender und das Level-Design einfach noch ein bisschen stimmiger. Da sich mit dem nur ein Jahr später erschienenen dritten Teil bereits erste Ermüdungserscheinungen und Schwächen einstellen sollten, ist Teil 2 für viele bis heute der absolute Höhepunkt der Reihe und damit nach wie vor eines der wichtigsten Videospiele der Neunzigerjahre. Dass Capcom derzeit an einem Remake arbeitet ist dementsprechend eine längst überfällige Geschichte, zumal der erste Teil diese Neuveröffentlichung bereits im Jahr 2002 erfahren. So wird man mit etwas Glück jedenfalls noch in diesem Jahr nach Raccoon City zurückkehren können.   


Capcom

Resident Evil 2 (GameCube) by Capcom

Release: 07.03.2018

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