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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Punk-Screwball-Comedy

»Sons Of Norway«

Punk als internationale Form der Rebellion – und als Mittelpunkt dieser zeitgenössischen Screwball-Komödie.
Geschrieben am

Die Flagge Norwegens angekokelt an die Lederjacke gepappt, da fühlt sich der 14-jährige Nikolaj gleich wie Johnny Rotten: »God save the queen, the fascist regime ...« Es ist 1978, und die Punk-Welle hat auch die Vorstädte Oslos erfasst. Nikolaj (Asmund Hoeg), Sohn antiautoritärer Hippie-Eltern, hat es schwerer, zu rebellieren, als der Rest seiner Clique, schließlich ist auch sein Vater Magnus (Sven Nordin, bekannt aus »Elling«) seit den 68er-Tagen ein Rebell: Die Bananen, mit denen er statt dem ganzen »Jesus-Mist« den Weihnachtsbaum schmückt, stammen aus Ecuador.

»Sons Of Norway« von Jens Lien (»Anderland«) handelt ähnlich wie der schwedische Kommunen-Film »Zusammen!« das rote Jahrzehnt auf komödiantische Weise ab. Doch während in Lukas Moodyssons Variante die 68er-Kinder verharren, findet Nikolaj einen Weg, aufzubegehren: Punk – ein viel probateres Mittel als Hippietum. Letztlich braucht es erst zwei Unfälle, einen Todesfall und einen kurzen Cameo-Auftritt des weise gealterten Johnny Rotten, bis Vater und Sohn wieder zusammenfinden. Ein schräger Coming-of-age-Film, der einen Großteil seines Humors aus Klischees und Typenhaftigkeit bezieht und mit einer ins Surreale und Absurde gezogenen Situationskomik glänzt. Punk-Screwball-Comedy.

»Sons Of Norway« (N 2011; R: Jens Lien; D: Asmund Hoeg, Sven Nordin, Sonja Richter; Start: 05.07.)