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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

Pippa Lee

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.
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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.


Pippa Lee (Foto)
R: Rebecca Miller; D: Robin Wright Penn, Alan Arkin, Keanu Reeves, Maria Bello etc.
Pippa Lee ist eine Frau in den besten Jahren, die im Kreise ihrer Lieben und in der Ruhe ihres feudalen Eigenheims auf ein oberflächlich erfolgreiches Leben zurückblickt. Doch es ist nicht alles Zucker gewesen seit Pippas Jugend (wovon uns der Film in ausufernden Rückblenden in Kenntnis setzt), und so ist die sympathische Hauptfigur nie wirklich bei sich angekommen.

"Pippa Lee" ist eines dieser Schauspieler-getragenen Starke-Frauen-Epen, die nicht mit illustren Charakteren und seelischen Erschütterungen geizen und den schmalen Grat zwischen Telenovela und High Drama wandeln. Die Glaubwürdigkeit tritt dabei in Form von Robin Wright Penn auf den Plan, die zusammen mit ihren hochklassigen Kolleginnen eine emotionale Kraft entfaltet, wie man sie in vergleichbaren Filmen regelmäßig vermisst, und die weit über Männerversteherei hinausgeht. Keanu Reeves fügt seinem Oeuvre eine weitere Top-Rolle hinzu, und mit einfachen Antworten wird sich auch wohltuend zurückgehalten. 



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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Der Andere
R: Richard Eyre; D: Antonio Banderas, Laura Linney, Liam Neeson etc.
Ein schrecklicher Verdacht befällt Liam Neeson: hat seine Frau etwa eine Affäre mit Antonio Banderas, dem draufgängerischen Latin Lover im feinen Zwirn? Ist es Liebe oder Sex? Und muss dieser südländische Akzent wirklich sein? Richard Eyre ("Tagebuch eines Skandals") hat schon bewiesen, dass er Spaß an verdrehten Liebesgeschichten hat, aber sein neuer Film taugt nur bedingt zum süffisanten Mitfreuen. Die Geschichte des gehörnten Ehemanns, der seinen Nebenbuhler ausspioniert, ist nämlich weder plausibel noch abgründig genug, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Sofern damit nicht eine Art "Kap der Angst" für Beziehungskitsch gemeint war.



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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Women Without Men
R: Shirin Neshat; D: Pegah Ferydoni, Shabnam Tolouei, Orsi Tóth etc.
Komische Mischung: "Women Without Men" verfolgt die Lebenswege vierer iranischer Frauen nach dem Mossadegh-Sturz 1953 und will so die jüngere Biografie des Landes mitschreiben. An dramatischen Ereignissen mangelt es in diesen Jahren tatsächlich nicht, doch die Bilder, die Shirin Neshat dafür findet, sind bereits so starr und allegorisch wie Kirchenfenster. In seinen besten Momenten öffnet sich dadurch ein Tor zu poetischer Schönheit mit emotionaler Resonanz, an anderer Stelle wirkt dieser Zugang künstlerisch überfrachtet und irgendwie verharmlosend.
 


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When You’re Strange - Ein Film über The Doors
R: Tom DiCillo
Der Ruf der Doors schwankt genau wie der ihres Sängers traditionell zwischen hellsichtigen Sex-Propheten und mindertalentierten Aufschneidern mit Ego-Blähungen. So lange aber noch Generationen von sensiblen Kids jedes Jahr die Borderline-Romantik von Jim Morrison und Co. für sich entdecken, dürfte "Light My Fire" am Lagerfeuer nie verstummen. Johnny Depp liest den Kommentar dieser farbenfrohen Doku wie ein Fan, und die Bilder (viele davon angeblich nie gesehen), die Regisseur DiCillo dafür aussucht, zeigen tatsächlich jede Menge Charisma und eine gute Portion Lebensmüdigkeit, wie sie unter der Hippieblüte immer schon mitwucherte. Ein anderes Klischee, das der Film eindeutig stützt: Amerika gegen Ende der Sechziger Jahre war genau wie das ganze Rockbiz damals noch ein brutaler kindlicher Spaß.



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