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30 Jahre The Fall

Paintwork

Seit Jahren, nein, seit Jahrzehnten kämpft Mark E. Smith erfolgreich um seinen schlechten Ruf. Vielen Möglichkeiten, sich oder seine Band The Fall zum Kultereignis zu erklären, weicht er aus, bei Interviews und auf der Bühne gibt er den gut gelaunten Menschenfeind, doch bei seine
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Seit Jahren, nein, seit Jahrzehnten kämpft Mark E. Smith erfolgreich um seinen schlechten Ruf. Vielen Möglichkeiten, sich oder seine Band The Fall zum Kultereignis zu erklären, weicht er aus, bei Interviews und auf der Bühne gibt er den gut gelaunten Menschenfeind, doch bei seinem Publikum, den Männern zumal und dort den studierten, kommt immer nur eine Botschaft an – Mark E. Smith ist ganz toll. Wenn er Studenten beschimpft oder sich seinen Fans verweigert, wird er von diesen Leuten erst recht geliebt. Seine Band dagegen ist ja seit Jahren eine Band, die sich – mehr oder minder freiwillig – um diese Kultfigur gruppiert und dabei stets Gefahr läuft, gefeuert zu werden. Auch das liebt der studentische Mann zumeist, dieses Verhalten Smiths ergibt sozusagen eine Autorität durch die Hintertür, die er anbeten darf, gerade da der angehimmelte Meister sich die Anbetung verbittet.

Wenn jetzt also dennoch eine mit viel Liebe ausgestattete Ausstellung zu Ehren von Smith und seiner nunmehr seit 30 Jahren unter dem Namen The Fall firmierenden Band eröffnet wird, so hat sie, weiß man, nicht unbedingt den Segen des Geehrten, doch, so scheint es, wird sie auch nicht verdammt. Smith zeigt sich in letzter Zeit oft altersmilde. Die Ausstellung, die passenderweise – nach einem Album – “Paintwork” heißt, zeigt Kunstwerke verschiedener Künstlerinnen und Künstler, etwa von Suzanne Smith, die einige Fall-Plattencover gestaltete. Wie auch immer sich das Tribute-Kunsten in diesen Bildern spiegelt und inwieweit es die ästhetischen Erwägungen berücksichtigt, die hinter den Fall-Songs stehen, eine gewisse Form von Rock’n’Roll atmen sie alle.

Einen Fall-Auftritt, eine Fall-Platte kann diese Ausstellung nicht ersetzen. Doch sie hilft dieser und jenem, in Erinnerungen zu schwelgen oder, wenn’s denn sein muss, dem Meister zu huldigen. Dass mit einer solchen Ausstellung die Gefahr verbunden ist, dass MES, wie er sich nennt, musealisiert wird, steht nicht zu fürchten, dafür garantieren der Ausstellungsraum sowie das Unkunstszenige der Kunstwerke. Man kann also hingehen.

Paintwork
18. Mai bis 12. Juni
Praxis Hagen, Sonnenburgerstr. 76, 10437 Berlin
www.praxishagen.de

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