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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Unerwartete Mutation

Olivia Munn im Gespräch

In ihrem Essay-Band »Suck It, Wonder Woman« stellte Olivia Munn als Autorin Hollywood auf den Kopf. Mit ihrer Rolle in »X-Men: Apocalypse« ist sie endgültig selbst zur Star-Schauspielerin mutiert. Patrick Heidmann sprach mit Oliva Munn über Superhelden, Höhenangst und Steak-Werbespots.
Geschrieben am
Du hast dich schon öfter als Geek bezeichnet. Sind Superhelden-Filme deine Welt? 
Durch die vielen erfolgreichen Marvel-Verfilmungen hat sich das Wörtchen Geek erübrigt. Wer Comics liest und auf Superhelden steht, ist heute kein Geek mehr und damit auch kein totaler Außenseiter, sondern einer von ganz vielen. Das finde ich super! Aber um die Frage zu beantworten: Ja, absolut, Comics waren schon immer meine Welt. Und die »X-Men«-Reihe ganz besonders.

Wie kam das? 
Ich bin eines von fünf Kindern und wuchs auf einer US-Militär-Basis in Japan auf. Das Geld war knapp. Wir Geschwister schmissen unser Taschengeld zusammen und kauften davon Süßigkeiten und Comics, die wir untereinander teilten. So fing das an. Mein kleiner Bruder war der größte Comic-Fan von uns, und er liebte die X-Men. Außerdem ist er ein toller Zeichner und machte ständig Bilder seiner Lieblingshelden. Durch eine seiner Zeichnungen habe ich das erste Mal bewusst Psylocke wahrgenommen, die ich nun in »X-Men: Apocalypse« spiele.

Musstest du dich anstrengen, um die Rolle zu bekommen?
Gar nicht. Ich wusste nicht einmal, dass es sie gibt. In den ersten Skript-Fassungen war Psylocke noch gar nicht als Figur vorgesehen. Simon Kinberg, der Drehbuchautor und Produzent, bot mir die Rolle an. Offenbar tauchte immer, wenn er und Regisseur Bryan Singer Psylocke googelten, ein Bild von mir auf. Vor ein paar Jahren hatte einer meiner Fans mich als Psylocke gemalt. Weil die beiden die Serie »The Newsroom« mochten, in der ich mitspielte, wussten sie, wer ich bin. Dass ich riesiger Fan der Figur war, wurde ihnen erst klar, als ich beim ersten Treffen mehr Details aus Psylockes Familiengeschichte wusste als sie.

Ein Traum, der wahr wurde? 
Nein. Das erschien mir immer viel zu unrealistisch, um wirklich davon zu träumen. Schließlich ist es erst ein paar Jahre her, dass ich abends im Bett lag und mir selbst die Daumen drückte, dass es mit dem Steakhouse-Werbespot klappt, für den ich gerade vorgesprochen hatte. Dass ich nun ein Teil der X-Men bin, statt am Starttag als Fan im Kino zu sitzen, ist noch ziemlich surreal.

Hat die Figur dich als Schauspielerin gefordert?
Psylocke ist ja eine sehr körperliche Heldin. Und mir war es auch wichtig, dass wir »echte« Kämpfe zeigen, nicht nur gestellte Choreografien. Aber für jemanden, der ein Fitnessstudio sonst nur sporadisch von innen sieht, war die Umstellung auf fünf bis sieben Stunden Training am Tag schon enorm. Ich habe mir beide Oberschenkelmuskel gezerrt, hatte mehrere Schleudertraumata, und immer, wenn ich an den Drähten in der Luft hing, kam meine Höhenangst ins Spiel. Doch das war es wert!

– »X-Men: Apocalypse« (USA 2016; R: Bryan Singer; D: Jennifer Lawrence, Sophie Turner, Olivia Munn; Kinostart: 19.05.16; Fox)