×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ein Selfie mit Wolverine

»Ms. Marvel 2: Generation Fragezeichen«

Superheldin zu sein, ist nicht leicht. Im neuen Band der »Ms. Marvel«-Reihe bekommt die Heldin aber prominente Unterstützung von einem der X-Men – und von einem fetten Hund.
Geschrieben am
»Du bist der Erste in meinem Fantasiehelden-Team«, schreit Kamala Khan, alias »Ms. Marvel«, als sie Wolverine ganz am Anfang im neuen Band der »Ms. Marvel«-Reihe begegnet. Sie ist Fan und schreibt Fan-Fiction über Wolverine – da kann man schon mal ausrasten, wenn man ihn dann in echt trifft. Seine Reaktion darauf: »Oh Gott.« Genau solche Szenen sind es, die die neue »Ms. Marvel«-Reihe sympathisch und lesenswert machen, ganz besonders im aktuellen Teil »Ms. Marvel – Generation Fragezeichen«.

Im ersten Band wurde Kamala Khan als neue Ms. Marvel und Nachfolgerin von Carol Danvers (jetzt »Cpt. Marvel«) eingeführt. Ein Teenager aus Jersey City, Muslima mit pakistanischer Familie. Nur ihr bester Freund weiß um ihre neuen Superkräfte, die Kamala durch einen außerirdischen Nebel bekommen hat: Sie kann ihre Gestalt verändern und sich selber heilen. In »Generation Fragezeichen« sucht sie nun nach verschwundenen Teenagern in Jersey City. Hinter den bösen Machenschaften steckt ein gewisser Thomas Edison, halb Mensch, halb Sittich. Auf ihrem Weg trifft Kamala erst auf Wolverine, später auch auf Medusa, Königin der Inhumans. Die stellt der unerfahrenen Ms. Marvel ihren riesengroßen Hund Lockjaw an die Seite, der sich praktischerweise von Ort zu Ort teleportieren kann und auf Abruf bereit steht, um in brenzligen Situationen zu helfen. Ein schlecht riechender, aber sehr netter Hund. 

Optisch hat der zweite Band eine Besonderheit: Neben Adrian Alphona, der auch schon die ersten Comics gezeichnet hat, durfte auch Jacob Wyatt mal ran. Dessen Zeichnungen sind wesentlich roher und lassen »Ms. Marvel« kantiger und weniger wie eine Disney-Zeichentrickfigur aussehen. Das könnte auch Fans klassischer Superheldencomics eher gefallen als die hübschen, aber auch sehr cleanen Zeichnungen Alphonas.

Die »Ms. Marvel«-Geschichten haben wenig mit düsteren  »Dark Knight«-Comics gemein und auch wenn Kamala mit ihrem Superheldinnendasein mal hadert oder Mitleid mit Monster-Krokodilen hat, so nachdenklich wie bei anderen HeldInnen-Kollegen ist das hier noch lange nicht. »Ms. Marvel« ist ausgelassen, auch mal albern und nah dran an ihren LeserInnen. Instagram, Facebook, die »Generation Y« – das alles sind Themen, die Kamala beschäftigen. Vielleicht ist das nicht immer tiefschürfend philosophisch, aber eben auch gar nicht doof. Stellenweise erinnert »Ms. Marvel« an »Sailor Moon« – nur war Bunny Tsukino zumindest am Anfang noch um einiges naiver als Kamala Khan es hier ist. Sie ist eine starke, glaubwürdige Heldin. Davon braucht es eigentlich noch viele, viele mehr.

G. Willow Wilson

Ms. Marvel: Bd. 2: Generation Fragezeichen

Release: 17.08.2015

Hier findet ihr unsere Top7 zum Thema Comic-Heldinnen.