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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

ScreenWise. Film. Fernsehen. Feminismus

Monika Bernold / Andrea B. Braidt / Claudia Preschl (Hrsg.)

Schüren, 240 S., EUR 24,90 Huiiii, verdammt lange nichts Praxisrelevantes mehr gehört - jenseits der Universitäten und des akademischen Diskurses jedenfalls - in Sachen Feminismus und Film, Fernsehen, Medien, oder? Aber oft geärgert in letzter Zeit: bei ›Ally McBeal‹ und ›Sex And The City‹, beim
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Schüren, 240 S., EUR 24,90

Huiiii, verdammt lange nichts Praxisrelevantes mehr gehört – jenseits der Universitäten und des akademischen Diskurses jedenfalls – in Sachen Feminismus und Film, Fernsehen, Medien, oder? Aber oft geärgert in letzter Zeit: bei ›Ally McBeal‹ und ›Sex And The City‹, beim programmierten Niedergang von ›Anke Late Night‹, bei der hiesigen Rezeption von Jane Campions ›In The Cut‹, dem prominente Filmkritiker unwidersprochen seine logischen Mängel (besser: Leerstellen) als Genre-Film vorhalten durften. Postfeminismus als Wahlfreiheitchen, Feminismus als Recht zu wählen, nämlich die Mutterschaft: »Choicoissie« – ein schönes Wort, das ich in einem Aufsatz von Joke Hermes entdecke, der sich in einer Art experimenteller Internet-Ethnografie mit der Rezeption postfeministischer Fernsehserien im Internet beschäftigt. Spannend und unterhaltsam ist das zu lesen, und – Überraschung! – das kann man für (fast) den gesamten Reader sagen, der eine mehrtägige Tagung dokumentiert, die im Frühsommer 2003 in Wien stattfand. Okay, im Zusammenhang mit Gender und Genre noch immer über ›Die Farbe Lila‹ zu reflektieren, mag etwas dated daherkommen, aber Laura Mulvey einzuladen, um sie die feministische Filmtheorie der 70er revisionieren zu lassen, ist ein ebenso genialer Einfall, wie Heide Schlüpmann erzählen zu lassen, was aus der Entdeckung des »Frühen Kinos« wurde. Reload & Rewind: Zwischen Selbstkritik, Aktualisierung und Desillusionierung gibt es hier viel zu entdecken, was schleunigst als theoretisches Tool in den eigenen »Baukasten zur Theorie der Medien« (Enzensberger) aufgenommen werden sollte.