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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Fragile-X-Syndrom

Mission To Lars

Tom hat das Fragile-X-Syndrom, eine Form des Autismus. Er lebt im englischen Hinterland in einer Werkstatteinrichtung, deren Rahmen streng gefasst ist. Denn Tom benötigt Kontinuität, braucht die Wiederholung
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Die nämlich sind »irgendwas mit Medien«. Sie Journalistin, er Dokumentarfilmer. Was lag da also näher, als das Schicksal des eigenen Bruders zu beleuchten beziehungsweise auszuschlachten? Tom lernt man kennen als großen Fan Metallicas, speziell von Drummer Lars Ulrich. Dem stets geäußerten Wunsch, jenen treffen zu wollen, gehen die Geschwister plötzlich rigide nach. Die Dramaturgie entspinnt sich folgerichtig dann auch nicht daran, dass ein Backstage-Besuch bei der größten Metalband der Welt das Problem darstellt, sondern dass Tom erst mal überhaupt ins Flugzeug nach Amerika genötigt werden muss und vor Ort dann aus Angst etliche der Auftritte sausen lässt.

Kerry King von Slayer bringt das ethische Dilemma der an der Schwelle zum stylishen Instagram-Kitsch gefilmten Doku auf den Punkt: »Ja, spielen denn Metallica nicht in England?« Doch, tun sie, aber dann wäre der Trip, also der Film, ja nicht abendfüllend geworden. Dennoch vermag die letztendliche Begegnung zwischen Tom und Lars das ungute Gefühl des Autistploitation-Movies zu relativieren. Ach ja, und Lars Ulrich kommt rüber wie der netteste Typ der Welt. Stilistisch und emotional hochgejazzte Doku mit überraschenden Erkenntnissen.