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Mit Schwert, Charme und Melone

Metal Gear Rising: Revengeance

Dieser spielbare Fiebertraum ist noch absurder als sein Titel. Ein hochhackiger Cyborg geht den Weg der Rache. Zeit für ein Gespräch findet er trotz stählernem Unterkiefer gern. Nur Schleichen mag er nicht besonders.
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Dass ein Actiontitel wie »Metal Gear Rising« überhaupt produziert werden kann, ist ein Glücksfall. Vor Jahren brachen Kojima Productions mit ihrer Tradition der Schleichspiele. Mit dem Versprechen, Wassermelonen total präzise in Stücke hacken zu können, versetzten sie die Welt in Wallung. Das allein reicht aber nicht für ein gutes Spiel. So wurde mit Platinum Games der Spezialist für postmoderne Action schlechthin gewonnen. Das Ergebnis ist ungefähr so unfassbar wie der Untertitel »Revengeance«.

In bester Metal-Gear-Tradition ist die Story dieser Extremrache dampfend heißer Unsinn. Mitten im Einsatz halten Menschen inne, um längere kneipenphilosophische Monologe über das Wesen des Krieges zu halten. Die Ruhepausen sind bitter nötig, denn die Actionszenen dazwischen sehen wie vorgespult aus, wie Scheuermilch für die Augen. Raiden, der inzwischen zum coolen Cyborg umgedeutete Antiheld der Serie trägt staksend einen imposanten Muskelarsch durch Krisenherde und muss letztendlich alles mit seinem Zauberschwert zerhacken: Mauern, Riesenroboter, Hubschrauber, Söldner und last but not least Wassermelonen. Dazwischen krächzt er kalte Kalendersprüche. Sie sind sein Antrieb auf einem schon zu Beginn sinnlosen Rachefeldzug.

Größte Herausforderung ist die Orientierung im Feuerwerk. Raiden mag nur Hausfassaden herunterlaufen, Raketen aus der Luft schneiden oder Schützenpanzer halbieren, wenn er ausdrücklich dazu aufgefordert wird. Aus dem Rauschen müssen klare Signale herausgefiltert werden. Sonst klappt weder der Block noch die coole Konterattacke per Pfennigabsatz.



»Metal Gear Rising: Revengeance« für Xbox 360 und PS3 (Konami)