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Interview mit dem Künstler der Ausgabe

Max Slobodda ist inspiriert vom Surrealen

Der Fotograf Max Slobodda interessiert sich für das Surreale und Abstrakte. Für seine Fotoserie »Stranger Things« ließ er sich von der gleichnamigen Serie inspirieren. Viktoria Grünwald hat im ein paar Fragen zu seiner Arbeit gestellt.

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Wie ist die Idee zu deiner Fotoarbeit entstanden?
Die grundlegende Idee hatte verschiedenste Einflüsse. Ich bin beispielsweise seit vielen Jahren großer Fan des australischen Fotografen Trent Parke. Auch er arbeitet sehr häufig mit dem Surrealen und Abstrakten und oft auch mit Überbelichtungen. Eines seiner bekanntesten Bilder ist ein Selbstportrait und zeigt, wie er nachts vor großen kargen Bäumen steht und sich selber anblitzt. Die Überbelichtung seines Körpers lässt ihn mystisch hell vor den Bäumen aufleuchten. Viele Jahre trug ich dieses Bild in meinem Kopf, bis ich im Frühling 2017 ebenfalls mit Überbelichtungen arbeiten wollte. Also zog ich kurze Zeit später mit meinem Kollegen Sebastian Krawiec los, um das erste Bild der Strecke zu schießen. Tatsächlich war der ganze Prozess, der während des Fotografierens entstand, ein sehr spielerischer Ablauf, was mir auf einer anderen Ebene einen neuen Blickwinkel im Bezug zur Fotografie eröffnete.

Bild: Max Slobodda

Deine Fotografie wirken sehr surreal und mystisch. Was sind deine Einflüsse?
Seitdem ich denken kann, bin ich ein großer Fan von Sci-Fi- und Fantasy-Filmen und -Serien. Filmklassiker wie »Die unendliche Geschichte«, »Star Wars«, »Planet der Affen«, aber auch neuere Produktionen wie »Matrix« oder beispielsweise »Interstellar« prägen stark meine visuelle Wahrnehmung und stimulieren mein Interesse am Unbekannten. Außerdem inspirieren mich gewisse Erzählstrukturen in Serien. Beispielsweise haben »Stranger Things«, »Lost« und »The Leftovers« einen starken Einfluss darauf, wie ich Geschichten wahrnehme und welche Möglichkeiten es gibt, den Betrachter in die Irre zu leiten, nur um am Ende doch ans Ziel zu gelangen.

Glaubst du daran, dass es Dinge gibt, die sich vollständig dem menschlichen Verstand entziehen? 
Ich denke schon, dass es Dinge gibt, die sich dem menschlichen Verstand entziehen, wenn wir beispielsweise unbekannte Dinge entdecken oder uns in einer Situation wiederfinden, die uns neu oder fremd ist. Interessant finde ich, wie der Mensch in solchen Situationen reagiert. Nimmt er das Unbekannte offen und unkritisch an und akzeptiert es als etwas was er selbst nicht definieren kann und kein Wort dafür findet? Ignoriert er es? Hat er Angst davor? Ich finde diese Überlegungen recht spannend, denn wenn wir darüber nachdenken, warum beispielsweise so viele Menschen an ein Leben nach dem Tod glauben oder welche Vorstellungen Menschen von der Entstehung des Universums haben, stelle sich mir genau diese Fragen. Ich habe akzeptiert, dass es einfach Dinge in meinem Leben gibt, für die ich keine logische Erklärung finde und vielleicht niemals finden werde. Also akzeptiere ich, dass es Dinge gibt, die sich meinem menschlichen Verstand entziehen – was nicht heißt, dass es mir keinen Spaß macht, mir eigene Möglichkeiten und Theorien zu bestimmten Themen auszudenken oder diese von Mitmenschen anzunehmen. Genau das möchte ich auch mit der Arbeit »Stranger Things« erreichen: Das der Betrachter dazu angeregt wird, selber einen kreativen Gedankengang zu einer möglichen Lösungen zu finden. Etwas, das über dem steht, was er vor sich sieht. Deshalb verwende ich auch keine Titel bei Einzelbildern und packe nur sehr wenig Text in die Projektbeschreibung.

Bild: Max Slobodda

Hat dein Konzept »Stranger Things« etwas mit der gleichnamigen Netflix-Serie zu tun? 
Die Namensgebung hat tatsächlich was mit der Serie zu tun, wobei meine Arbeit längere Zeit einen anderen Arbeitstitel trug. Während der Arbeit am Projekt schaute ich die Serie »Stranger Things« oft gemeinsam mit meinem Kollegen Nikita Teryoshin. Wir sprachen oft über meine Arbeit und den Arbeitstitel. Als wir wieder einmal eine Folge schauten, fragte er, warum ich meine Arbeit nicht »Stranger Things« nennen würde und schon beim Aussprechen war klar, dass dieser Titel den Nagel auf den Kopf traf: Bei der Serie und bei meiner Fotostrecke sind unerklärliche Dinge zu sehen und die Farb- und Lichtstimmungen beider Arbeiten haben eine ähnliche Bildsprache. Trotzdem unterscheiden sie sich vom Konzept und Inhalt.

Bild: Max Slobodda

Die Fotos wurden in verschiedenen Jahreszeiten aufgenommen. Wie lange arbeitest du schon an »Stranger Things«? 
Das erste Bild ist am 6. Juni 2017. Zu dieser Zeit habe ich beinah täglich fotografiert. Mehr als 90 % der Bilder sind am Deusenberg in Dortmund entstanden, die letzten beiden Bilder im Winter Anfang 2018. Somit ergab sich eine gute Mischung mit verschiedenen Jahreszeiten, unterschiedlicher Fauna und am wichtigsten: den verschiedenen Lichtstimmungen, die den Bildern eine individuelle Atmosphäre verleihen. Insgesamt habe ich circa ein Jahr an dem Projekt gearbeitet und es mit einem Fotobuch-Dummy beendet. Zur Zeit denke ich darüber nach, eine kleine Edition des Buches per Crowdfunding zu finanzieren.

Bild: Max Slobodda

Welche Musik hörst du, wenn du gerade Bilder bearbeitest?
Trip-Hop, Low-Fi, Hip-Hop, elektronische Musik. Ich höre viele unterschiedliche Musikrichtungen und Künstler, aber ganz oben in meiner Playlist ist immer Bonobo.

Gibt es einen passenden Soundtrack zu deinen Arbeiten?
Hm, da mir jetzt einfach zu viele passende Soundtracks einfallen, sag ich einfach mal: der Soundtrack zur gleichnamigen Serie »Stranger Things«.

Bild: Max Slobodda

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