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Unausgesprochenes ist manchmal lauter als Bomben

»Louder Than Bombs«

Von Familienbanden und Traumabewältigung: Joachim Trier strickt eine Geschichte aus dem Leben.
Geschrieben am
In einer der schönsten Szenen in »Louder Than Bombs« versucht ein Familienvater (Gabriel Byrne) den Kontakt zu seinem jüngsten Sohn Conrad wieder aufzubauen. Der hat sich nach dem Unfalltod der Mutter in die virtuellen Welten von Online-Computerspielen geflüchtet. Was am Frühstückstisch nicht mehr funktioniert, soll im Internet klappen. Auch wenn sich der Vater dafür extra einen Avatar zulegen muss. Der Film erzählt von den unterschiedlichen Arten zu trauern und vom Erwachsenwerden ohne Mutter. Conrad tut sich damit schwerer als sein älterer Bruder Jonah (Jesse Eisenberg), und er ist auch der Einzige in der Familie, der nicht über die genauen Todesumstände im Bilde ist. Es braucht dieses Familiengeheimnis nicht, um Spannung in eine Geschichte zu bringen, die von den kleinen Momenten lebt. Dass Unausgesprochenes manchmal lauter als Bomben klingt, vermittelt sich durch die vielen Schweigemomente, denen Regisseur Joachim Trier seine Figuren aussetzt.

Joachim Trier

Louder Than Bombs [Blu-ray]

Release: 20.05.2016

»Louder Than Bombs« (Intro empfiehlt; USA 2015; VÖ 20.05.16; MFA)