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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Comic: Wer hat's erfunden?

»Liverfool«

Die Geschichte der Beatles ist ein schier unerschöpflicher Geschichtenfundus. Nach »Baby’s In Black«, in dem sich Arne Bellstorf der tragischen Story von Stuart Sutcliffe und Astrid Kirchherr annimmt, folgt mit »Liverfool» ein weiterer hochwertiger Graphic Novel, der eine Randfigur aus der Welt der Beatles zum Hauptdarsteller macht.
Geschrieben am

Das französische Zeichner- und Autoren-Team Gihef und Damien Vanders entscheidet sich für Allan Williams, einen ehemaligen Barbesitzer aus Liverpool, der den inoffizielle Titel des ersten Managers der Band trägt.
 
Im wahren Leben mittlerweile über 80, wird er in »Liverfool« als schrullig-charmanter Märchenonkel mittleren Alters dargestellt, der seine Lebensgeschichte für einige Gläser Freibier mit einer Grußße Beatles-Touristen teil. Es sind die frühen Jahre der Bandfindung, bestimmt von jugendlicher Spielfreude und nicht selten Übermut, in der Williams ganz nah am Geschehen war. Als Betreiber der Club-Bar The Jacaranda war er in den frühen Sechziger Jahren eine wichtige Figur in der Liverpooler Livemusik-Szene und verschaffte auch den Beatles einige Bookings.

Die Autoren liefern Anekdoten, deren sachlicher Informationsgehalt unter Beatles-Liebhabern alt bekannt sein mögen, die man jedoch selten so stimmungsvoll inszeniert sah. Vom zwielichtigen Hamburger Club-Chef Koschmider und den verbrannten Kondomen im Bambi-Kino über den Tod Stuart Sutcliffes bis zur umjubelten Rückkehr nach Liverpool, werden alle wichtigen Wegmarken in plastische Bilder gebannt. Dabei beleuchtet »Liverfool« eine Phase unbegrenzter Perspektiven und doch weit entfernt vom Hauch einer Ahnung der Dinge, die noch kommen sollten. Das Engagement im Hamburger Indra wird daher als Sprungbrett für die ersten großen Erfolge vorgestellt und ist doch stetig von Heimweh-Gefühlen und dem ruhelosen Irrsinn der Reeperbahn begleitet.
 
Gihef und Damien Vanders hegen nicht den Anspruch einer hundertprozentig wasserdicht-verifizierbaren Geschichte und überlassen es dem Leser, welche der Episoden er der sympathisch verschrobenen Hauptfigur Williams abnimmt. Ein liebevolles Portrait einer Zeit und ihrer Akteure in beeindruckenden Bildern.

Wir verlosen 3 Exemplare. Um zu gewinnen, schickt einfach eine Mail an verlosung@intro.de (Betreff: »Liverfool«).

 

»Liverfool« erscheint beim Independent-Verlag Edition52.