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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Season 2

King Of Queens

Bloß keine Zeile verschwenden, wenn es endlich mal um die wirklichen Top-Themen hier bei uns im RTL-Nachtjournal, oder was das hier um einen rum auch immer sein mag, geht. Das meiste bezüglich “King Of Queens” darf ohnehin als bekannt vorausgesetzt werden. Unvergessen die Maßlosigkeit, mit der RTL2
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Bloß keine Zeile verschwenden, wenn es endlich mal um die wirklichen Top-Themen hier bei uns im RTL-Nachtjournal, oder was das hier um einen rum auch immer sein mag, geht. Das meiste bezüglich “King Of Queens” darf ohnehin als bekannt vorausgesetzt werden. Unvergessen die Maßlosigkeit, mit der RTL2 seinerzeit die Serie breakte. Bei vier Folgen täglich, und das nach wenigen Staffeln, stellte sich wegen des Wiederholungseifers schneller als gewöhnlich die zweifelhafte Kompetenz ein, mit anderen Interessierten in Serienzitaten reden zu können. Ein Phänomen, das bis dato größtenteils den Simpsons vorbehalten blieb. Solche Zitat-Crashkurse holen nun gerade auch die White-Trash-Resistenteren nach, die es einfach nicht mehr aushalten, dass selbst das greise Kind, Thomas Gottschalk, KOQ-Hauptdarsteller Kevin James zuletzt bei “Wetten Dass ...?” wie ein exotisches Zootier präsentierte. Die Hysterie um James und seine Partnerin Leah Remni, alias Doug und Carrie, hat dabei vollkommen Recht: “King Of Queens” affirmiert nicht wie so viele Sitcoms reaktionäres Spießbürgertum unter der ewigen Klischeereproduktion, sondern handelt mit übergeschnapptem Beziehungsfatalismus, der sich immer wieder todesmutig auch selbst benennt und dessen schale Kompromisse genauso lustig wie entsetzlich sind. Die permanente Krise als Farce, der Neid auf den eigenen Partner als Eckpfeiler der Beziehung. Tausend weinende Clowns könnten nicht beschreiben, wie intensiv das ist. Dazu mit Ben Stillers Vater noch der alte Mann im Keller, der quasi die Rolle des egozentrischen, pubertierenden Sohnes innehat – nur eben tangiert von Gicht und grotesken Kriegserinnerungen.