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So baut man einen Sommerblockbuster

»Jurassic World«

»Jurassic World« ist ein Best-Of klassischer Sommer-Blockbuster-Versatzstücke, in dem sich zahlreiche Motive aus anderen Klassikern dieser Gattung wiederfinden. Diese fünf Prämissen sind obligatorisch für den leichten Sommerspaß im Kino – und dementsprechend auch im jüngsten Teil des »Jurassic Park«-Franchises zu finden.
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Die vernachlässigten Kinder
Schon in Steven Spielbergs »Hook« verpasste Peter Banning (Robin Williams) aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen fast die Schulaufführung seiner Kinder. In »Jurassic World« ist es diesmal die leicht überforderte Tante, die sich eigentlich um das zu Beginn des Filmes anreisende Brüderpaar kümmern soll, aufgrund ihrer leitenden Funktion im Dino-Themenpark allerdings nur wenig Zeit für die beiden hat. Auch in »E.T.« litt Protagonist Elliott an der Abwesenheit des Vaters. In dem ebenfalls von Spielberg stammenden Sci-Fi-Drama »A.I.« wird (Spoiler) Cyborg-Sprössling David gar von seiner Adoptiv-Mutter im Wald ausgesetzt. 
Die Ferien
Egal ob »Super 8«, »Stand By Me« oder »Die schrillen vier auf Achse« – leichte Sommerunterhaltung im Kino macht erstmal nicht viel verkehrt, einen Plot um die Ferien zu konstruieren. Mag schließlich jeder. Gut, auch nicht so leichte Sommerunterhaltung wie »Freitag der 13.« oder »Der weiße Hai« haben auf ihre perfide Art und Weise etwas für die freien Tage zur warmen Jahreszeit übrig. »Jurassic World« stellt diese Weiche gleich zu Beginn, läutet die metaphorische Schulglocke und lässt seine beiden jungen Protagonisten die Rucksäcke packen. Im hektischen »Jurassic Park«-Franchise hat man nunmal keine Zeit für Schulaufgaben und Nachhilfe. 
Die Tücken der Geschwisterliebe
Wer selbst unter Brüdern aufgewachsen ist, kennt die Problematik: der jüngere nervt, weil er ein Bücher lesendes Weichei ist und zudem nicht versteht, was an Mädchen so interessant sein soll. Dem älteren dagegen geht vollkommen das Gespür für Abenteuer und Entdeckungen ab. Von »Lost Boys« über »Jumanji« bis »Hook« ein gern thematisierter Generationenkonflikt. In »Jurassic World« sind es Gray (Ty Simpkins) und Zach Mitchell (Nick Robinson), die sich zunächst eher genervt voneinander zeigen, spätestens nach dem gemeinsamen Erleben eines Dinosaurier-Angriffs aber zusammenhalten, wie die »Brüder Löwenherz«.
Klar aufgeteilte Geschlechterrollen
Klassisch für Abenteuerfilme wie »Indiana Jones« oder »Quartermain«: Der Mann regelt die Probleme, das Frauchen an seiner Seite empört sich über den unaufgeräumten Urwald oder zupft die Frisur beim Sturz vom Wasserfall zurecht. Na gut, gegen Ende der Filme darf dann natürlich ein tougher Spruch der ehemals überforderten Damen als Pointe nicht fehlen. »Jurassic World« hält sich strikt an diese Vorgaben und verweist mit dem Protagonisten-Pärchen Owen Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) in eine Zeit, da ein bisschen Chauvinismus noch niedlich war und Harrison Ford als Dr. Jones die Damenwelt in Entzückung versetzte. Frei nach dem Motto: » Ich Tarzan, du Jane.«
Der Comic-Schurke
Wenn es warm ist möchte man unterhalten werden, Zeit für trübe Gedanken bietet der Winter genug. Daher ist der Comic-Schurke ein obligatorisches Kennzeichen der Sommerblockbuster. Kurz bevor der Schrecken zu ernst oder gar glaubwürdig wird, sorgt ein verrückter Professor, Babysitter oder Angehöriger des Militärs mittels grotesk überzeichneter Boshaftigkeit für Entspannung. Es hilft, wenn die Vorgeschichte des Schurken voller Logikfehler und Lücken steckt. Dasselbe Muster wird übrigens auch gern auf Nebenfiguren jeglicher Art angewendet. »Jurassic World« punktet hier mit dem Wissenschaftler Dr. Henry Wu (B.D. Wong) und Waffennarr Vic Hoskins (Vincent D’Onofrio) direkt doppelt.

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