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Anderer (Haar-)Ansatz

Jonny Lee Miller über »T2 Trainspotting«

Der 1972 geborene Sick-Boy-Darsteller Jonny Lee Miller spielte in den vergangenen Jahren in vielen Filmen und TV-Serien. »Trainspotting« bleibt jedoch sein Karriere-Highlight. Patrick Heidmann sprach mit ihm über die Offenbarung eines überraschenden Drehbuchs und die Freude über das Wiedersehen mit Danny Boyle und Ewan McGregor.
Geschrieben am
»Trainspotting – Neue Helden« liegt über 20 Jahre zurück. Ist es nicht zu spät für eine Fortsetzung?
Im Gegenteil. Nur so ergibt es für mich Sinn. Was soll eine Fortsetzung, wenn seit dem ersten Teil keine Zeit vergangen ist? Interessant wird es doch erst, wenn die Figuren sich verändert haben und man gar nicht anders kann, als etwas vollkommen anderes zu erzählen als beim ersten Mal. Natürlich spielt Nostalgie eine Rolle bei »T2 Trainspotting«, auch hinter den Kulissen. Aber für mich war es wichtig, dass es eine neue Geschichte gibt.

Wenige Filme der 1990er-Jahre werden so verehrt wie »Trainspotting«. Wie hast du die damalige Zeit erlebt?
Ehrlich gesagt habe ich 1996 versucht, so großen Abstand wie möglich zu der Sache zu haben. Nicht bewusst, aber vieles von dem Kult ging an mir vorbei, was sicher auch nicht schlecht war. Allgemein waren diese letzten Jahre der 1990er ein großer Spaß. Vor allem die Musik.

Hast du über die Jahre den Kontakt zu den Kollegen aus dem Ensemble gehalten?
Für eine Weile ja. Aber das verlief sich auch wieder. Mit Robert Carlyle, der Begbie spielt, habe ich mich öfter ausgetauscht. Aber auch den hatte ich zuletzt zehn Jahre nicht mehr gesehen.

Stand es von Anfang an fest, dass es die Fortsetzung nur mit allen Darstellern des ersten Teils geben würde?
Für mich war das ausgemachte Sache. Als es konkret wurde, war uns allen wichtig, was die anderen von dem Drehbuch halten. Kaum jemand hatte die Telefonnummern, deswegen schrieben wir uns auf Twitter an.

Gab es im neuen Drehbuch Überraschungen?
Oh ja, ziemlich viele. Was ich richtig großartig fand, schließlich erhoffte ich mir genau das von dem Film. Natürlich hatte ich mir im Vorfeld überlegt, was mich wohl erwarten würde. Aber das Skript war viel cooler als alles, was ich mir hätte ausmalen können.

Sind die Figuren denn noch so cool wie damals?
Meine ist es nicht mehr – und das ist auch gut und wichtig so. Sick Boy möchte nicht mehr Sick Boy sein, sondern Simon. So wirklich will ihm das allerdings nicht gelingen. Er steckt fest. Zwar ist er immer noch blond gefärbt, doch sagen wir es mal so: Der Haaransatz ist dieses Mal ziemlich sichtbar. Es ist unübersehbar, dass man 20 Jahre später nicht noch genauso leben kann wie in der Vergangenheit. Aber ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass auch der neue Film seine ganz eigene Coolness besitzt.

Was war der Höhepunkt beim Wiedersehen mit den alten Weggefährten?
Das ganze Ding war eine starke Nummer. Und es war vor allem klasse, dass es nicht einfach eine Reunion war, sondern dass wir alle zusammen an etwas Neuem gearbeitet haben. Das Wiedersehen mit Ewan McGregor war etwas Besonderes. Wir haben gefühlt direkt dort weitergemacht, wo wir damals aufgehört hatten. Ein ungewöhnlich großer Spaß.
Hat Regisseur Danny Boyle sich seit 1996 verändert?
Kaum. Wir haben uns allerdings zwischendurch auch gesehen und zusammen gearbeitet. Vor fünf Jahren spielte ich in London eine der Hauptrollen in seiner Inszenierung von »Frankenstein«. Sowohl im Kino als auch am Theater war Danny Boyle für die besten Erfahrungen meiner Karriere verantwortlich.

Was macht ihn als Regisseur so außergewöhnlich?
Danny Boyle ist besessen von der Wahrhaftigkeit seiner Geschichte und ihrer Figuren. Er ist enorm gewissenhaft in der Vorbereitung und den Proben. Und seine Energie ist unerschöpflich. Anders als damals beim ersten Teil oder bei unserer Theaterarbeit setzte er sich bei »Trainspotting 2« zwar ab und zu auch mal hin, aber im Grunde ist er rastlos, wenn er an einem Projekt arbeitet. 

Bat er euch, »Trainspotting – Neue Helden« zur Vorbereitung noch einmal anzuschauen?
Ich erinnere mich nicht daran, dass er uns dazu aufgefordert hätte. Aber das verstand sich von selbst.

Und wie fandest du es, den Film wieder zu sehen?
Ich war stolz. Und bin es noch. Gar nicht so sehr auf meine eigene Leistung. Sondern darauf, Teil eines derart besonderen Films zu sein, der – wie alle guten Kunstwerke – bis heute nichts von seiner Kraft eingebüßt hat.

Alle Inhalte zu »Trainspotting« findet ihr hier.

Various Artists

T2 Trainspotting (Original Motion Picture Soundtrack)

Release: 27.01.2017

℗ 2017 Polydor Records, a division of Universal Music Operations Limited