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Schuld und Sühne

»Joe Hill: Thumbprint«

Der Sohn von Stephen King macht sich seit einigen Jahren selbst einen Namen als Autor und das sowohl in Literatur- als auch Comic-Kreisen. Mit »Thumbprint« setzt er zusammen mit Vic Maholtra und Jason Ciaramella eine Kurzgeschichte in packende Panels um.
Geschrieben am
Im Zentrum von Joe Hills Geschichte steht Mallory Grennan, eine ehemalige US-Soldatin die nach der Rückkehr in ihre kleinstädtische Heimat von der eigenen militärischen Vergangenheit eingeholt wird. Zum Auftakt erfährt der Leser anhand weniger eindrucksvoll aber nicht effekthascherisch in Szene gesetzten Rückblicke, dass Grennan in ihrer Dienstzeit an den Folterungen im Gefängnis von Abu Ghraib beteiligt war, sich dafür jedoch nie vor Gericht zu verantworten hatte. Zurück aus dem Irak, holen sie diese Taten in form mysteriöser Daumenabrücke ein.  

Der Horror von »Thumbprint« ist psychologisch, Spannungsmomente entstehen nicht selten aus dem Blickwinkel des verborgenen Beobachters. Nach und nach lösen sich biographische Rätsel und verdichtet sich Mallory Grennan zu einem komplexen Charakter voller Brüche. Eindimensionale Identifikation mit seiner Hauptfigur lässt Joe Hill über weite Strecken nicht zu. Ebenso wenig ein vorschnelles Durchschauen des Antagonisten. Leider wird diese Vielschichtigkeit nicht bis zum Ende gehalten, was indes kein Grund sein sollte, diesen insgesamt soliden Thriller gar nicht erst zu beginnen.
»Joe Hill: Thumbprint« erscheint bei Panini Comics.

Joe Hill

Thumbprint

Release: 10.10.2014