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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Cowboy Natalie

»Jane Got A Gun«

Feministischer Western oder einfach ein guter Genre-Film mit Natalie Portman in der Hauptrolle? Sergio Leone könnte noch was lernen.
Geschrieben am
Der Western dürfte das einzige Filmgenre sein, in dem Frauenrollen in etwa dieselbe Vielfalt aufweisen wie die Fellfarbe der Pferde. Altmeister wie Sergio Leone oder Sam Peckinpah waren berüchtigt für ihre objektifizierenden Porträts. Weiblich dominierte Filme des Genres wie »Bad Girls« (1994) oder »Bandidas« (2006) waren nur in dem Maße erfolgreich, wie sich das Komödiantische darin einschlich. Natalie Portman fällt es in »Jane Got A Gun« zu, mit diesem Missstand aufzuräumen. Sie spielt Jane Hammond, die Frau eines ehemaligen Gangsters, der vom langen Schatten seiner Vergangenheit eingeholt zu werden droht, seit sein ehemaliger Boss (Ewan McGregor) sein Versteck ausfindig gemacht hat. Mit dem Rücken zur Wand muss sich Jane gegen eine brutale Bande von Revolverhelden zur Wehr setzen. Sie tut es mit zähneknirschender Entschlossenheit. Inwiefern ein Film als feministische Standarte taugt, der seine Heldin vor allem mit den Insignien männlicher Dominanz ausstattet, wird in »Jane Got A Gun« nicht abschließend beantwortet. Der naturalistische Zugriff, die harten Bandagen und die endlosen Scharmützel im Dunkeln sorgen aber zumindest für den nachhaltigen Eindruck, dass etwas auf dem Spiel steht, das Clint Eastwood nicht besser ausdrücken könnte.

Gavin O'Connor

Jane Got a Gun

Release: 13.05.2016

Gavin O'Connor

Jane Got A Gun [Blu-ray]

Release: 13.05.2016

— Intro empfiehlt: »Jane Got A Gun« (USA 2015; R: Gavin O’Connor; D: Natalie Portman, Joel Edgerton; VÖ 13.05.16; Universum)