×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Unterschiedlicher geht es kaum

Intro Edition Asien 15 + 16

Die zwei neuen Ausgaben der Intro Edition Asien zeigen mit dem koreanischen „Duelist“ und dem japanischen „A Woman Called Abe Sada“ extrem unterschiedliche Beispiele für typisch asiatisches Kino.
Geschrieben am
Die zwei neuen Ausgaben der Intro Edition Asien zeigen mit dem koreanischen „Duelist“ und dem japanischen „A Woman Called Abe Sada“ extrem unterschiedliche Beispiele für typisch asiatisches Kino. Während es sich bei „Duelist“ aus dem Jahr 2005 um ein stilisiertes Schwertkampffuriosum handelt, ist der 1975 entstandene „A Woman Called Abe Sada“ ein als „Roman Porno“ vermarkteter Vertreter des (S)Exploitationfilms.

Regisseur Myung-se Lee erzählt in „Duelist“ die in der Chosun-Dynastie angesiedelte Geschichte der Polizistin Namsoon (Ji-Won Ha). Die Jagd nach Geldfälschern führt Namsoon bis in Regierungskreise und auf die Spur von Sad Eyes (Dong-Won Kang), einem wortkargen Killer. Je öfter sich ihre Wege und Klingen kreuzen, desto mehr fühlt Namsoon sich zu ihm hingezogen – selbst als schon längst feststeht, dass ihre Beziehung nur in einem finalen Schwertkampf enden kann, einem Pas de deux des Todes. Besonders hervorzuheben ist die Kameraarbeit. Martial-Arts der Extraklasse.



Am anderen Ende des Spektrums des asiatischen Kinos bewegt sich Regisseur Noburo Tanaka mit „A Woman Called Abe Sada“. Die Story beruht auf einer wahren Begebenheit – einem legendären Mordfall aus der japanischen Kriminalgeschichte. Die junge Abe Sada (Junko Miyashita) driftet, nachdem sie durch ihre Eltern missbraucht wurde, in die Prostitution. Mit einem Freier (Hideaki Esumi) verbringt sie viel Zeit in einem Hotelzimmer. Dort leben sie sexuelle Fantasien und Obsessionen aus, die schließlich in einer ekstatischen Tragödie gipfeln. Zweifellos bekannter ist „Im Reich der Sinne“, Nagisa Oshimas skandalträchtige Bearbeitung desselben Themas. Doch auch die Pink-Eiga-Version „A Woman Called Abe Sada“ bietet eine gelungene, atmosphärisch dichte – und in der Charakterzeichnung nachvollziehbare – Lesart der Geschichte, die es lohnt, im Westen (wieder-) entdeckt zu werden.
Cay Clasen
 
Duelist (ROK 2005; R: Myung-se Lee; D: Ji-Won Ha, Dong-Won Kang; Rapid Eye Movies)

A Woman Called Abe Sada (J 1975; R: Noburo Tanaka; D: Junko Miyashita, Hideaki Esumi, Rapid Eye Movies)

Alle Filme findet ihr unter www.intro.de/editionasien