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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Im Flow mit den Farben

EMMA LINDSTRÖM im Gespräch

Emma Lindströms Farbexplosionen zieren die Trennerseiten unserer Intro-Ausgabe 244. Die junge Künstlerin aus Göteborg hat eine intensive Verbindung zur Musik: »Bevor ich mich in den kreativen Arbeitsprozess stürze und mich von ihm leiten lasse, lege ich passende, meist dreamy klingende Musik auf«, sagt sie. Da wundert es nicht, dass sie mit ihrem Ehemann selbst ein Bandprojekt namens Canigou betreibt und musikalisch auf den Spuren von Beach House und Warpaint traumwandelt. Was sie fühlt, was sie inspiriert und wie ihre Zukunftspläne aussehen? Christine Rudi hat nachgefragt.
Geschrieben am
Deine Gemälde haben alle den gleichen Stil und sind trotzdem sehr unterschiedlich. Die Kombination der Farben und wie sie ineinander übergehen fasziniert mich. Was inspiriert dich zu dieser Arbeitsweise? 
Mein Stil hat sich langsam und erst im Laufe der Zeit entwickelt. Künstlerin zu sein heißt für mich auch Detektivin zu sein. Man ist immer auf der Suche nach neuen Wegen, verschiedene Stilmittel und Farben miteinander zu kombinieren. Gleichzeitig perfektioniert man die bisher angewandten Techniken. Außerdem ist es auch immer eine Suche nach dem, was am ehesten meinem inneren Selbst entspricht. Wenn etwas plötzlich tief in mir nachhallt, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Meine Arbeiten entstehen im Chaos, im Flow der Farben, aber auch durch Zufall. Ich habe nicht immer unter Kontrolle wie die Farben miteinander harmonieren. Meine Bilder zeigen mir Dinge, die ich sehen muss. Es ist fast so, als würde sich mir dadurch meine Seele offenbaren. 

Was fühlst du während des Malens und was hoffst du, dass deine Betrachter fühlen? Was willst du der Welt mitteilen?
Am wichtigsten ist mir, dass ich meinen Kopf abschalten kann. Und genau das möchte ich auch bei den Betrachtern meiner Kunst auslösen: Dass sie für einen kurzen Augenblick das rationale Denken ausschalten und einfach mit dem Moment mitschwingen. Meine Message an die Welt ist Frieden! 

Mir gefällt es sehr, dass du dich beim Malen dreckig machst und dich voll austobst. Wie viel Zeit verbringst du mit deiner Kunst? 
Ich kann gar nicht anders, als mich dabei dreckig zu machen. Wenn ich es versuche und mich zu sehr kontrolliere, ist es nicht das gleiche Gefühl und nicht die gleiche Erfüllung. Malen füllt einen großen Teil meines Lebens aus und ich will es auch gar nicht anders. Wenn ich mal nicht kreativ bin, verliere ich schnell die Orientierung. Deshalb male ich jeden Tag, solange mich nicht irgendwas davon abhält. 
Als Ergänzung zu deiner Kunst machst du mit deinem Mann unter dem Namen »Canigou« Musik. Wie würdest du sie beschreiben und was für eine Rolle spielt Musik überhaupt in deinem Leben? 
Musik ist ein großer Teil unserer beider Leben und da wir sowieso so gut wie alles zusammen machen, ist es klar, dass wir uns auch in Sachen Musik zusammentun! Beide Ausdrucksformen, Malen und Musik, fühlen sich richtig an, deshalb ist es einfach schön, dass wir beides machen können. Mit unserer Musik wollen wir etwas erzeugen, das zu meinen Kunstwerken passt, was aber nicht zwangsläufig daran anknüpfen muss. Es fällt mir dennoch schwer, unsere Musik zu beschreiben. Aber da auch meine Kunst immer einfach als abstrakt beschrieben wird, trifft das meiner Meinung nach auch auf unsere Musik zu … Es ist ein Mix aus verschiedenen Genres wie Indie, Pop, Ambiente, Elektro und so vielem mehr. Die Musik kommt zusammen, ähnlich wie sich die Farben auf meinen Leinwänden vermischen. Übrigens erscheint hoffentlich Ende dieses Sommers oder im Herbst unser Debütalbum. Darauf sind wir schon sehr gespannt! Die erste Single kommt schon in den nächsten Wochen raus. Ich kann nicht genau sagen, ob mir Musik etwas gibt, was Kunst mir nicht geben kann. Musik entsteht eher durch Teamwork. Das gefällt mir auch sehr, da das Malen ja mehr ein Solo-Ding ist. Aber im Ganzen würde ich schon sagen, dass beide Ausdrucksformen aus der gleichen Quelle stammen!

Du sagtest, du hörst gerne »dreamy Musik« während du malst. Was kann man sich darunter vorstellen und welche Musik inspiriert dich? 
Damit meine ich Musik, die ein bestimmtes Gefühl in mir erzeugt und eine Atmosphäre schafft, in der ich mich verlieren kann. Es ist schwer, dieses Gefühl zu beschreiben. Wenn es da ist, ist es da. Das gleiche gilt für meine Kunstwerke. Ich spüre, wie es klick macht. Selten höre ich alle Songs von einer Band oder einem Künstler, sondern wähle meine Lieblingssongs aus und mache mir verschiedene Playlists. Hier ein paar Künstler, die mich besonders inspirieren: Aphex Twin, Boerd, Radiohead, Tycho, James Blake, Thrupence, Skinshape. Aber natürlich gibt es noch viele andere.

Hast du Pläne für die Zukunft? Gibt es etwas, das du dir wünschst? 
Ehrlich gesagt will ich genau so weitermachen wie bisher. Ich lebe schon meinen Traum, was will ich mehr? Ich bin noch jung und erst am Anfang meiner Karriere, deshalb genieße ich die Zeit und lasse alles auf mich zukommen.

Mehr Eindrücke zu Emma Lindströms Arbeit findet ihr auf emmalindstrom.com/