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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Faszination für Farben und Pflanzen

Interview mit Cru Camara

Unsere Ressort-Trennerseiten in Intro #242 stammen von Cru Camara. Die in Manila geborene Fotografin und Künstlerin arbeitet hauptsächlich mit Neonlichtern und Pflanzen. Woher nimmt sie die Inspiration für ihre Bilder? Frederike Wetzels hat nachgefragt.
Geschrieben am
Bei deinen meisten Bildern spielst du mit grellen Neonlichtern. Gab es ein Schlüsselbild oder einen bestimmten Moment, der dich zu dieser Arbeitsweise inspiriert hat?
Ich tauche ein in die Farben, die ich in der Natur entdecke. Da ich eine Menge Zeit mit Wandern verbringe und dabei viel fotografiere, habe ich irgendwann festgestellt, dass viele Dinge eine einheitliche Farbpalette und Form haben. Als ich mich tiefer in die Arbeit reingegraben habe, kam mir die Idee, diese Dinge mit Licht zu colorieren. Ich habe damit herumexperimentiert, um meine Farbarbeiten voranzubringen. Zwar bin ich sicher, dass es dieses eine Bild gab, das mich irgendwie zu allem anderen gebracht hat, kann mich aber nicht erinnern, was es war.

Was ich an deinen Fotos besonders mag, ist die Grenzverwischung zwischen der realen und der fiktionalen Welt. Was bedeutet das für dich?
Beim Betrachten einer Fotografie bilden wir uns doch ständig unsere Wahrheit darüber, auch wenn das Foto in irgendeiner Form manipuliert wurde. Es gibt immer ein Stück Realität, die ein Foto transportiert und darauf möchte ich aufmerksam machen. Meine Fotos sind meine Fantasien von Farben, von Ordnung. Sie sind real, weil die Momente oder Objekte darauf real sind, aber die Bilder in ihrer Gesamtheit sind einfach fiktionaler.  
Wie erzielst du die Farben in deinen Bildern? Arbeitest du ausschließlich mit unterschiedlich farbigen Lampen oder bearbeitest du die Fotos eher hinterher?
Für mein Verfahren sind Lampen und die Nachbearbeitung gleichermaßen wichtig. Hauptsächlich füge ich Farben zu einem Bild, doch die exakte Farbe, die ich mir vorstelle, bekomme ich während der Nachbearbeitung. Ursprünglich entstand das Verfahren, weil mir das entsprechende Equipment fehlte, mittlerweile ist es aber wichtig geworden, um den Look der Bilder hinzubekommen.

In unserer aktuellen Ausgabe stellen wir eine Reihe vor, die hauptsächlich aus Fotos von Pflanzen besteht. Woher kommt deine Faszination für Pflanzen?  
Ich habe einen großen Teil meiner Kindheit in der Natur verbracht. Meine Familie betreibt einen Bio-Hof und dort bin ich in jeder freien Minute. Also fotografiere ich hauptsächlich meine Umgebung. Es entsteht eine großartige Dynamik, wenn sich die künstlichen Farben ihren Weg in die Pflanzen graben. Es sind zwar natürliche Subjekte, aber die Farben lassen sie unwirklich aussehen. Ich mag die anfängliche Verwirrung, die beim Betrachten der Bilder entsteht. 


Was sind deine Einflüsse?
Den größten Einfluss hat Musik. Ich höre eine Menge elektronische Musik wie Mount Kimbie, Nicolas Jaar und CFCF, in irgendeiner Form überträgt sich das auf meine Arbeit, denke ich.   

Gibt es einen Song, der der Soundtrack für deine Bildsprache sein könnte?
 
»You Hear Colors« von CFCF. 
»You hear Colors« von CFCF
http://crucamara.tumblr.com/